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Afrikanischer Theologe: Negativ-Bild von Mission überwinden
(28. August 2007/idea) – Die Kirche in Europa muss ihr negatives Bild von Mission überwinden. Das fordert der Dekan der Theologischen Hochschule des Baptistenbunds in Kamerun, Samuel Désiré Johnson (Ndikinimeki), in der „Zeitschrift für Mission“ der Deutschen Gesellschaft für Missionswissenschaft (Frankfurt am Main).
Johnson hat in Kamerun und Deutschland Theologie studiert und in beiden Ländern als Gemeindepastor gearbeitet. Er verweist darauf, dass der Begriff Mission mit der Eroberung fremder Gewissen, der Zerstörung fremder religiöser Vorstellungswelten und mit der kolonialen Eroberung und Ausbeutung fremder Länder in Verbindung gebracht werde. Deshalb gebe man in Europa kaum noch Geld für Mission. Stattdessen werde für Katastrophenhilfe oder medizinische Arbeit gespendet. Doch genau so nötig sei es, so Johnson, den Menschen zu sagen, „dass Jesus Christus der Heiland der Welt ist“.
Der promovierte Theologe bedauert: „Mission ist einfach altmodisch geworden.“ Er sei in Deutschland sogar ermutigt worden, seine Stammesreligion wieder anzunehmen, um sich von der vermeintlichen kolonialen Religion zu befreien. Johnson hält dagegen: „Mission hat den Menschen zu dienen, indem sie ihnen das Evangelium so nahe bringt, dass sie die befreiende Macht Gottes erfahren können.“
Ihm ist aufgefallen, dass in Europa das persönliche Leben immer weniger nach biblischen Lebensnormen gestaltet werde. Die europäische Gesellschaft kenne anscheinend keine Tabus mehr. Viele Aussagen der Bibel zu ethischen Fragen würden als zeitbedingt relativiert: „Alles scheint erlaubt zu sein.“ Das habe Folgen: „Die christliche Religion bildet schon lange nicht mehr das allgemein anerkannte Fundament der gesellschaftlichen und individuellen Orientierung.“
Johnson zufolge steht die Mission auch in Afrika vor neuen Herausforderungen. So nehme dort wie in Europa die Säkularisierung zu. Immer mehr charismatische Kirchen und Gruppierungen fassten Fuss, in denen Theologie kaum eine Rolle spiele und die oft von einem Anführer abhängig seien. Zudem seien die afrikanischen Kirchen immer mehr finanziell von den Kirchen in Europa und Nordamerika abhängig.
Als grösste Herausforderung sieht Johnson die Armut und das Elend der Bevölkerung. Manchmal scheine es, als ob die Menschen in Afrika bewundert würden, weil sie trotz Armut und Elend an Gott glaubten. Doch dieser Eindruck sei falsch. Immer mehr Menschen fragten sich und auch die Kirche, warum Gott ihnen nicht beistehe. Mission in Afrika habe nur dann eine Zukunft, „wenn die afrikanische Kirche sich entschieden und effektiv für die Lösung der Probleme Afrikas engagiert“.
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