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Kreationismusdebatte im Europarat

(27. September 2007/fa.) - Der Europarat befasst sich in der kommenden Woche erneut mit dem umstrittenen Dokument "Die Gefahren des Kreationismus in der Bildung".

Die Mitglieder des Europarats diskutieren über denselben Entwurf, der bereits im Juni zur Abstimmung kommen sollte. Aufgrund eines Antrags konservativer Abgeordneter war das Papier damals kurzfristig von der Tagesordnung genommen worden.

Entworfen hat das Dokument der französische EU-Politiker Guy Lengagne, der den Europaratsausschuss für Kultur, Wissenschaft und Bildung leitet. Er warnt vor den "Gefahren des Kreationismus in der Bildung" und prophezeit: "Wenn wir nicht aufpassen, könnte der Kreationismus eine Bedrohung der Menschenrechte werden."

Laut dem Tagesordnungsprotokoll der Sitzung des Europarates, die in der kommenden Woche vom 1. bis 5. Oktober stattfindet, soll das Papier am Donnerstag zur Abstimmung kommen. Es geht darum, so heisst es in dem Papier, die "Wissenschaft gegen den Kreationismus zu verteidigen" und "die Lehre der Evolution als eine fundamentale wissenschaftliche Lehre in der Schule zu unterstützen". Der Kreationismus sei nach den USA nun auch in Europa auf dem Vormarsch, Gläubige wollten die Schöpfungslehre in den Schulen verankern. Daher gelte es zu reagieren, "bevor es zu spät ist", heisst es in dem Dokument wörtlich. Und weiter: "Wenn wir nicht wachsam sind, sind Werte, die den Kern des Europarates bilden, in Gefahr, von kreationistischen Fundamentalisten bedroht zu werden."

Die Europäische Evangelische Allianz rief unterdessen Christen dazu auf, sich an die Abgeordneten ihrer Heimatländer zu wenden, die im Europarat vertreten sind. "Wir rufen die Abgeordneten dazu auf, das Dokument abzulehnen", so die Allianz. "In einer Demokratie sollte es weder Säkularen noch Gläubigen möglich sein, eine Lehrmeinung aufzuzwingen. Wenn eine Theorie keine Bedrohung für Gesetz und Recht darstellt, sollte es Wissenschaftlern und ihren Studenten ermöglicht werden, diese zu prüfen, darüber zu diskutieren und zu ihren eigenen Schlüssen zu kommen. Es wäre unfassbar, wenn der Europarat die freiheitliche Diskussion über Ideen verhindern will.“

Der Europarat wurde 1949 mit dem Ziel gegründet, in ganz Europa gemeinsame und demokratische Prinzipien zu verwirklichen. 47 Staaten haben sich angeschlossen und mehrere hundert Mitglieder bilden den Rat, dessen Haushalt sich in diesem Jahr auf knapp 200 Millionen Euro beläuft.

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