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Das «Jesus-Boot»
(04. Oktober 2007/asc.) - Niemand ahnte, welche Probleme die Bergung und Konservierung eines 2000 Jahre alten Bootes am See Genezareth mit sich bringen würde.
1986 liess eine lange Trockenzeit den Wasserspiegel des Sees Genezareth dramatisch sinken. Dabei gab der See nördlich von Magdala, nahe dem Kibbuz Ginnosar, ein Geheimnis frei. Die Brüder Moshe und Yuval Lufan, am See aufgewachsene Fischer, entdeckten ein tief im Morast versunkenes antikes Boot. Die herbeigerufenen Spezialisten der Israelischen Antikenverwaltung erkannten die Bedeutung des Fundes sofort.
Doch die Bergung wurde äusserst kompliziert. Besonders problematisch war der unerwartete Anstieg des Wasserspiegels. Es bestand die Gefahr, dass das Boot von den steigenden Fluten wieder überschwemmt würde. In aller Eile wurden Helfer in der Gegend zusammengetrommelt, die fieberhaft Tag und Nacht arbeiteten. War zu Beginn der Entdeckung das Wasser noch 30 Meter vom Ufer entfernt, so war es zum Auftakt der Bergungsarbeiten nur noch 10 Meter weg. Was sehnlichst erhofft wurde (der lebenswichtige Regen), stellte jetzt eine ernsthafte Bedrohung für das antike Boot dar. Eine Unterwasserausgrabung wäre unmöglich gewesen.
Als die Arbeiten begannen, wusste niemand, ob man das Ziel erreichen würde. Eine archäologische Rettungsarbeit unter solchen Umständen hatte es selbst in Israel noch nie gegeben. Unaufhörlich stieg der Wasserspiegel und innerhalb von 48 Stunden wäre auch die Fundstelle vom Wasser zugedeckt gewesen. Was tun? Sandsäcke waren nicht vorhanden, um das antike Wrack zu schützen. Die Ausgrabungsgeräte befanden sich noch in Jerusalem und die wissenschaftlichen Mitarbeiter fehlten vor Ort. Eine fatale Situation. Die Mitglieder des Kibbuz Ginnosar handelten.
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