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Jerusalem: Anschlag auf Baptist House
(24. Oktober 2007/inn./jg.) - Auf das Gemeindezentrum Baptist House in Jerusalem wurde wieder ein Brandanschlag verübt. Nach einer ersten Schätzung der Versicherung entstand ein Sachschaden von 20.000 US-Dollar. Menschen kamen nicht zu Schaden.
Der Verwalter des Gebäudes, Joseph A. Broom, das der Konvention der südlichen Baptisten in den USA gehört, wurde am späten Abend des 23. Oktober von Nachbarn telefonisch informiert: „Joe, bei euch brennt es.“ Innerhalb von 10 Minuten war der Amerikaner vor Ort in der Narkisstraße, wo bereits zwei oder drei Feuerwehrwagen und acht bis zwölf Feuerwehrleute den Brand bekämpften. Um an den Brandherd heranzukommen, hatten sie einige Fenster eingeschlagen.
Im Baptist House halten zwei englischsprachige, eine russische und eine hebräische Gemeinde aus Jerusalem mit insgesamt etwa 500 Personen ihre Gottesdienste über das Wochenende verteilt ab. Am 9. Oktober 1982 war das alte Baptist House nach einem Brandanschlag bis auf die Grundmauern niedergebrannt. Die ultra-orthodoxen Brandstifter von damals wurden gefasst und rechtskräftig verurteilt.
Joe Broom berichtet, dass Polizei und Feuerwehr, denen er eine gewissenhafte und effektive Arbeit bescheinigt, keinerlei Indizien für einen gewaltsamen Einbruch gefunden hätten. Allerdings hätten die nicht sehr gut gesicherten Hintertüren des Gebäudes bei ihrer Ankunft offen gestanden.
Die Brandstifter hatten an drei Stellen Feuer gelegt, wodurch 30 bis 40 Stühle in dem Versammlungsraum verbrannten. „Als ich ankam“, berichtet Broom, „war der Rauch im Gebäude so dick, dass man keine fünf Meter weit sehen konnte.“ Der Rauch verursachte den Hauptschaden. „Wir müssen nicht nur alles neu streichen, sondern die Verstärkeranlage muss im Laboratorium gereinigt werden und die Buntglasfenster an der Decke des Raumes müssen wohl alle einzeln herausgenommen und gesäubert werden.“
Es gibt ein Gerücht, dass heilige Bücher verbrannt wurden. Aber Gerüchte entstehen im Heiligen Land sehr schnell und „Tatsache ist“, so betont Joe Broom „dass das nicht wahr ist.“
Broom betont, dass seines Wissens keinerlei Drohungen dem Anschlag vorangegangen sind und sie keine Verdächtigen benennen können. „Mit unseren israelischen Nachbarn und den jüdischen Gemeinden im Umkreis haben wir seit Jahren eine sehr gute Beziehung.“ Der Versicherungsermittler geht nach einer ersten Bestandsaufnahme der Indizien davon aus, dass es sich um reinen Vandalismus handelt. Missionsgegner hätten, so seine Meinung, ganz bestimmt irgendeine Nachricht hinterlassen.
Viktor Blum, Pastor der russischsprachigen Gemeinde im Baptist House, sieht den Sachverhalt etwas anders als der amerikanische Manager. „Wir sind überhaupt nicht erstaunt über diesen Anschlag. Das war nicht das erste Mal. Wir erhalten seit Jahren Drohungen.“
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