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RFID-Funkchips im Warenhaus
(02. November 2007/rh.) - Mit Kaufhof und Karstadt machen zwei grosse Ketten erste Versuche mit der RFID-Technik. Die Konzerne wollen Zusatzinformationen weitergeben, Datenschützer sprechen von beginnender Überwachung.
Mit Kaufhof und Karstadt beginnen die ersten deutschen Kaufhäuser mit der Einführung von RFID-Funkchips. Sie erhoffen sich davon leichtere Arbeitsabläufe und bessere Übersicht. Den Kunden werden beim Einkauf schnellere und individuellere Zusatzinformationen per Monitor versprochen.
Bei Verbraucher- und Datenschützern löst die Radiofrequenz-Technik RFID Skepsis aus: Im schlimmsten Fall drohe der Gesellschaft eine weitgehende Überwachung, und Kriminelle könnten die Daten der Chips missbrauchen.
Bei der RFID-Technik wird ein Computerchip mit Antenne in ein Etikett oder eine Plastikkarte an der Ware integriert. Auf dem Chip ist ein Nummerncode gespeichert, der Nachfolger des bekannten Strichcodes. Damit werden Informationen verschlüsselt, die in einer Datenbank hinterlegt sind. So hat jeder einzelne Gegenstand seine Identität und kann jederzeit gefunden werden, weil er Signale an einen Empfänger sendet.
Ende September startete Kaufhof in der Filiale in Essen ein Pilotprojekt zur Einführung der RFID-Technik. 30000 Artikel in der Herrenabteilung sind mit Funketiketten ausgerüstet. Wenn Kunden ein Stück in die Hand nehmen, sollen auf Monitoren Zusatzinformationen wie zusätzlich verfügbare Grössen erscheinen. Fast gleichzeitig hat Konkurrent Karstadt in einer seiner Jeans-Abteilungen in Düsseldorf mit einem ähnlichen Versuch begonnen.
Langfristig soll die neue Technik den Unternehmen die Logistik erleichtern, Diebstähle vermeiden und Kosten sparen - die Jahresinventur entfällt, und falsch einsortierte Ware werde mit Hilfe von RFID-Scannern leichter gefunden.
Wie steht es um den Datenschutz? Karstadt verspricht, der Datenschutz werde eingehalten, weil die Produktdaten nicht mit den Kundendaten verknüpft und die RFID-Chips an der Kasse entfernt würden. Doch der Einsatzbereich der Funkchip-Technik ist sehr breit. Vor allem in Tickets für Bahnen, Sportveranstaltungen und Skilifte wird sie stark gefördert.
Noch sind die Chips keine ernsthafte Gefahr. Die technischen Möglichkeiten sind eingeschränkt. Um die Chips zu lesen, muss ein Lesegerät auf bis zu zehn Zentimeter an den RFID-Chip herangeführt werden. Entscheidend ist, welche Daten sich darauf befinden. Eine flächendeckende Überwachung der Bevölkerung gilt – wenn überhaupt – als Szenario der Zukunft. Immerhin, Wachsamkeit im Bereich der Weitergabe persönlicher Daten ist schon jetzt angesagt.
Gemäss dem Verein zur Förderung des öffentlichen bewegten und unbewegten Datenverkehrs (FoeBuD) in Bielefeld sind die Interessen der Wirtschaft eindeutig. Wenn Verbraucher überall anhand von RFID-Chips in ihrer Kleidung und von Kundenkarten identifiziert werden könnten, dann werde es - bei entsprechender Verbreitung der Technik - zum Beispiel möglich, auf Werbedisplays den zum jeweiligen Menschen passenden Werbespot einzublenden.
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