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Unterschriften zum Schutz vor Gewaltmedien

(09. November 2007ssf./im.) - „Stopp der (un)heimlichen Gewalt“ - das Schweizer Jugendhilfswerk Pro Juventute hat eine Petition zum Schutz der Kinder und Jugendlichen vor Gewalt in Unterhaltungsmedien lanciert.

"Kinder und Jugendliche haben heute praktisch unbeschränkten und unkontrollierten Zugang zu Gewaltdarstellungen. Ob in Computerspielen, in Videofilmen oder auf Handys – Gewalt wird immer selbstverständlicher“, schreibt die Organisation zur Begründung ihrer Petition.

In vielen Spielen müssten „realistisch dargestellte Menschen erschossen, erwürgt, überfahren oder auf andere Art verletzt oder getötet werden, um zu gewinnen“. Und dies von Kindern am Bildschirm! Auch wenn dies für Kinder „nur ein Spiel“ sei, so könnten sie die Konsequenzen nicht abschätzen und sich nicht selbst schützen. Hemmungslos dargestellte Gewalt habe jedoch Auswirkungen auf ihr seelisches Wohlergehen und ihre gesunde Entwicklung, schreibt die Organisation.

Als Beispiel nennt Pro Juventute Online-Spiele, bei welchen Gefühle schnell und effektiv verdrängt werden. Kinder könnten dabei vermeintlich Frust und Wut abbauen, doch gerade hier liege ein Suchtpotenzial. Für viele Kinder sei es schwierig, das rechte Mass zu lernen: „Fernsehen und Videos schauen, Handykonsum, Spiele am Computer und an Konsolen, Surfen und Chatten im Internet – das gehört bereits bei Grundschülern zum Alltag. Und, so ergaben Untersuchungen, dass bereits Viertklässler Spiele mit extremen Gewaltdarstellungen konsumieren“, schreibt die Organisation in einem Argumentarium.

Mit ihrer Petition will Pro Juventute Computerspiele oder Videos nicht verbieten, sondern sich dafür einsetzen, „dass die bestehenden Gesetze zum Schutz von Kindern und Jugendlichen verbessert und durchgesetzt werden.“ Konkret verlangt die Petition die Schaffung einer nationalen Zertifizierungsstelle, die Computerspiele und Videos auf ihre Altersfreigabe prüft. Zudem will sie erreichen, dass diese Altersfreigaben auch verbindlich erklärt werden. Bund und Kantone müssten zudem endlich eine einheitliche Regelung im Jugendmedienschutz schaffen sowie bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen die Kompetenz im Umgang mit Unterhaltungsmedien fördern. „Was heute getan wird, genügt nicht“, stellt die Pro Juventute fest.



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