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Klonpionier Ian Wilmut will nicht mehr klonen

(19. November 2007/fa.) - Der schottische Wissenschaftler Ian Wilmut, der mit dem Klonschaf Dolly weltbekannt wurde, hört mit dem therapeutischen Klonen zur Gewinnung von embryonalen Stammzellen auf.

Noch 2005 hatte Ian Wilmut die Genehmigung von der britischen Human Fertilisation and Embryology Authority erhalten, menschliche Embryonen zur Gewinnung von Stammzellen klonen zu dürfen, um damit vornehmlich Möglichkeiten zur Therapie von Motoneuronerkrankungen wie ALS zu erforschen. Jetzt gibt Wilmut die Embryonenverbrauchende Forschung endlich auf.

Wilmut hatte stets auf das therapeutische Klonen gesetzt, obwohl er immer zugab, dass diese Methode bisher für den Einsatz beim Menschen ineffizient ist. Kürzlich sprach sich Wilmut dafür aus, den Kern menschlicher Zellen nicht mehr in menschliche, sondern in tierische Eizellen einzufügen und so mit Mensch-Tier-Hybriden, bzw. Cybriden zu forschen.

Gegenüber der britischen Zeitung „Daily Telegraph“ äusserte Ian Wilmut nun den nächsten Meinungsumschwung. Er wolle sich jetzt ganz vom therapeutischen Klonen abwenden und seine Forschung auf das Umprogrammieren von Körperzellen in pluripotente Zellen ausrichten.

Wilmut bezieht sich auf einen Forschungserfolg im Jahre 2006 durch japanische Wissenschaftler. Sie konnten zeigen, dass sich durch das Einfügen von Genen in Hautzellen von Mäusen Zellen mit Eigenschaften herstellen lassen, die mit embryonalen Stammzellen vergleichbar sind. Auch US-amerikanische Forscher machten in diesem Bereich Fortschritte.

Tatsächlich erklärte Wilmut, „Schöpfer“ von Klon-Schaf „Dolly“, seinen überraschenden Entschluss damit, dass mit der neuen Methode keine menschlichen Embryonen zur Gewinnung von Stammzellen mehr verbraucht werden müssten und mit der Ineffizienz des Klonens.

Das dem so ist, zeigt der vor kurzem gemeldete Klon-Erfolg bei Menschenaffen durch US-Wissenschaftler. Doch von „Erfolg“ kann kaum die Rede sein bei einer „Erfolgsrate“ von lediglich 0,7 Prozent: Aus 304 Embryonen konnten zwei embryonale Stsammzelllinien entwickelt werden. Und: Mit dem geklonten Embryonen kam es zu keiner einzigen Schwangerschaft. Sie waren nicht lebensfähig.

Erleichtert über Wilmuts Entscheid zeigte sich die Deutsche Mechthild Löhr, Bundesvorsitzende der Christdemokraten für das Leben (CDL). „Die Erkenntnis führender Klonforscher wie Wilmut, dass die verbrauchende humane Embryonalforschung nicht aussichtsreich ist, kann in unserem Land nur zu einer Konsequenz führen, nämlich, dass wir bei unserer klaren gesetzlichen Regelungen bleiben, und keine weitere Ausweitung dieser Forschung zulassen. Wer in einer Sackgasse gelandet ist, sollte den Mut haben umzudrehen, so wie Wilmut es jetzt für sich entschieden hat.“ kommentierte Löhr.

Die neu entwickelte Methode, mit der zukünftig auch Wilmut arbeiten will, mache Stammzellforschung ohne den Einsatz von menschlichen Embryonen möglich und aussichtsreich.

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