Schöpfung: Für Freikirchen zweitrangig
(27. November 2007/idea) – Die Frage nach der Entstehung der Welt ist für die 14 in der Vereinigung Evangelischer Freikirchen (VEF) zusammengeschlossenen deutschen Freikirchen „nur ein randläufiges Thema”.
Darauf hat der Beauftragte der VEF am Sitz der Bundesregierung, der Baptistenpastor Peter Jörgensen (Berlin), jetzt hingewiesen. Er stellte am 26. November eine von ihm erarbeitete Erklärung zum Thema „Kreationismus/Intelligentes Design“ vor. Das Papier war zuvor von der VEF-Mitgliederversammlung angenommen worden.
Darin heisst es, dass die Freikirchen nicht nur für eine Trennung von Staat und Kirche, sondern auch von Glaube und Wissen eintreten. Wörtlich heisst es in der Stellungnahme: „Als VEF sind wir der Meinung, dass es unangemessen ist, aus religiöser Haltung heraus die Wissenschaften zu diskreditieren. Jedoch reklamieren wir auch, dass es umgekehrt ebenso unangemessen ist, für wissenschaftliche Überzeugungen eine areligiöse Haltung zur Vorbedingung zu machen.“ Deshalb hätten in den Gemeinden der VEF sowohl Vertreter der Evolutionstheorie, als auch Anhänger des Intelligenten Designs und des Kreationismus nebeneinander ihren Platz.
Kreationisten sind davon überzeugt, dass Gott die Welt – wie die Bibel es berichtet – in sechs Tagen geschaffen hat. Anhänger des Intelligenten Designs vertreten die Anschauung, dass sich die Entstehung des Leben nur durch eine intelligente Planung erklären lasse, während Anhänger der Evolutionstheorie daran glauben, dass das Leben auf der Erde zufällig entstanden ist und sich im Laufe von Millionen Jahren immer höher entwickelt hat.
Dazu meint Jörgensen: „Um den Wahrheitsanspruch der sich einander ausschliessenden Deutungsmodelle wird zum Teil heftig gerungen. Die jeweils anderen wegen ihrer Sichtweise nicht zu verurteilen, ist dabei eine gegenseitige innerkirchliche Herausforderung.“ Weitgehend einig sei man jedoch darin, „die Existenz Gottes ‚weder so noch anders’ beweisen zu können“. Er fügt hinzu: „Absolut einig ist man sich über die Unmöglichkeit, die Nicht-Existenz Gottes beweisen zu wollen.“
Kommentar: Nach der Warnung und der scharfen Verurteilung des Kreationismus durch den Europarat, überrascht es nicht, dass ein Gremium, das seinen Sitz bei der Bundesregierung behalten will, nach allen Seiten besänftigt. Aber wissen die Freikirchen-Führer was sie damit tun? Sie rütteln am Vertrauen an die Heilige Schrift. Sie vertuschen, dass sie sowohl das alttestamentliche Zeugnis (z.B. 2. Mose 31,12; 2. Mose 20,11),wie auch die Worte Jesu, die sich auf die Schöpfung beziehen (z.B. Matth. 19,4), untergraben. Ja, mit der Relativierung des Schöpfungswerks Gottes schwächen sie gleichzeitig das Erlösungswerk! Ein Evolutionsmodell akzeptiert Tod, Blutvergiessen, Krankheit und Leiden schon vor dem Sündenfall! - Doch Sünde und in der Folge der Tod sind gemäss der Bibel "durch einen Menschen in die Welt gekommen" (Römer 5,12). Die Erlösung kommt ebenfalls durch "den einen Menschen Jesus Christus" (V.15.18). Evolutionsmechanismen waren nicht die Schöpfunsgsmethode Gottes. Warum beugen sich bibeltreue Christen der Übermacht der Wissenschaft und ihren Erklärungsmodellen? Wenn die Erschaffung des Universums und des Lebens für die VEF nur zweitrangig ist, was ist ihr dann erstrangig? Rolf Höneisen
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