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Feindesliebe öffentlich üben
(05. Dezember 2007/idea) - Der Dekan der Freien Theologischen Akademie Giessen, Stephan Holthaus, warnt vor hysterischen Reaktionen auf Fundamentalismus-Vorwurf.
Für einen gelasseneren Umgang mit dem Vorwurf, Evangelikale seien religiöse Fundamentalisten, wirbt der Dekan der Freien Theologischen Akademie, Stephan Holthaus (Giessen). Nach umstrittenen Fernsehsendungen wie der ARD-Dokumentation „Hardliner des Herrn“ hätten manche Christen hysterisch reagiert, kritisierte er am 4. Dezember bei der Jahrestagung der Deutschen Evangelistenkonferenz in Karlsbad-Langensteinbach bei Karlsruhe.
Christen dürften sich zwar bei unberechtigter Kritik zu Wort melden, doch müssten sie dabei sachlich bleiben und gewinnend argumentieren. Das Gebot der Feindesliebe gelte auch in der öffentlichen Auseinandersetzung. Generell stünden die Evangelikalen, deren Zahl in Deutschland auf 1,3 Millionen geschätzt wird, vor einer neuen Situation: Habe man sie früher totgeschwiegen, so würden sie heute in den Massenmedien porträtiert, dabei aber oft als „gefährliche Zeitgenossen“ eingestuft.
Den christlichen Glauben sieht Holthaus im Widerspruch zur neuen Religiosität, wie sie Deutschland derzeit erlebe. Diese betrachte Religion vor allem als Lebenshilfe und frage in erster Linie nach dem Nutzen für den einzelnen. Eine Diskussion um Wahrheit gebe es dabei nicht. Auch der Besuch einer Kirchengemeinde mache sich heute weniger an gemeinsamen Glaubensüberzeugungen, sondern mehr an emotionalen Bindungen zu den Menschen dort fest. Demgegenüber müssten Christen neu auf den Wahrheitsanspruch des Evangeliums hinweisen und ihn auch argumentativ verteidigen können.
„Wir brauchen eine apologetische Evangelisation“, sagte der Theologe. Das öffentliche Interesse an religiösen Fragen müsse genutzt werden, um auf Jesus Christus hinzuweisen.
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