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Kreationismus-Park in England geplant
(18. Dezember 2007/fa.) – In Grossbritannien soll ein Freizeitpark gebaut werden, der die Schöpfungsgeschichte multimedial inszeniert.
Wie die britische Wochenzeitung "The Observer" berichtete, soll der 4,9 Millionen Euro teure Themenpark im Nord-Westen von England, im Verwaltungsbezirk Lancashire, gebaut werden. Das Projekt wird von der Stiftung AH ("Assembly Hall") getragen, die im vergangenen Jahr von einer Gruppe Geschäftsleute gegründet wurde. Die Mitglieder zeigen sich alarmiert über die "Richtung, die die Gesellschaft einschlägt". Dazu gehört laut "AH" übermässiger Alkoholgenuss von Jugendlichen und der Anstieg von Gewalt- und Sexszenen im Fernsehprogramm.
Wie das Medienmagazin „Pro“ berichtet, soll der Themenpark aus zwei interaktiven Kinos, einer Cafeteria und sechs Geschäften bestehen. Das Herzstück des Parks soll ein Fernsehstudio sein, in dem christliche Filme und Dokumentationen produziert werden. Das Studio soll die Grösse eines Flugzeug-Hangars bekommen. Ausserdem soll es mit 5.000 Sitzen ausgestatten werden. So können Besucher hautnah miterleben, wie eine Fernsehserie produziert wird. Jeweils am Sonntag planen die Verantwortlichen, einen Gottesdienst aufzuzeichnen. Dieser soll anschliessend im Fernsehen ausgestrahlt werden. Unter der Woche soll das Studio zudem für kulturelle Veranstaltungen genutzt werden.
"Die Evolutionstheorie hat sich fälschlicherweise zum Fundament unserer Gesellschaft entwickelt. Wir brauchen das Fernsehstudio, um die Schöpfungslehre in diesem Land zu verteidigen. Dadurch wird die Falschheit beseitigt werden, die zurzeit das Fundament der Kirche aushöhlt", heisst es im Jahresbericht der Stiftung.
Darüber hinaus will die Stiftung mit der Produktion von eigenen Filmen einen wirksamen Gegenpol zur säkularisierten Gesellschaft setzen. "Das Fernsehprogramm heute beinhaltet so viel Sex und Gewalt, da ist es kein Wunder, dass unsere Jugendlichen sich tagtäglich betrinken … wir haben ein revolutionäres Konzept. Zur Umsetzung benötigen wir visionäre Menschen." So steht es auf der Webseite von Assembly Hall.
Peter Jones, eines der Stiftungsmitglieder, sagte gegenüber dem „Observer", dass der Schwerpunkt mehr auf multimedialer Verkündigung der christlichen Botschaft als auf dem Nachstellen von biblischen Szenen liegen soll, wie es in beispielsweise in anderen christlichen Freizeitparks üblich ist. "Es wird eine Anlaufstelle für Jugendliche sein", so Jones. "Heute besteht der Alltag vieler junger Menschen nur aus Besäufnissen. Wir werden dazu fähig sein, ihnen eine Alternative zu bieten." Trainingsprogramme im Bereich Kameraführung, Licht- und Tontechnik sowie Videoredaktion sollen eine solche Alternative sein. Daneben will sich die Stiftung auch sozial-diakonisch engagieren und beispielsweise Sprachkurse für ausländische Studenten anbieten.
Wie der "Observer" berichtet, sollen zu den Geldgebern vermutlich Geschäftsleute zählen, die in der Vergangenheit in Schulen in freier Trägerschaft investiert haben. Unter ihnen soll sich auch der bekannte Unternehmer Peter Vardy befinden, der kreationistische Organisationen in England mit Spenden in Millionenhöhe unterstützt. "Observer"-Autor Jamie Doward bezeichnete den geplanten Freizeitpark als "die neueste Salve im zunehmend harten Kampf der Kreationisten gegen die Evolutionstheorie".
Die anti-evolutionäre Ausrichtung des Parks hat laut Jones zu Stirnrunzeln bei der örtlichen Planungsbehörde geführt. Ursprünglich sollte der Themenpark auf dem Gelände eines ehemaligen Kaufhauses in der Nähe von Liverpool errichtet werden. Für diesen Standort wurde der Stiftung allerdings keine Bauerlaubnis erteilt. "Der Gemeinderat in Wigan in der Nähe von Liverpool hat uns die Tür vor der Nase zugeschlagen. Sobald man das C-Wort ("christlich") in den Mund nimmt, wollen die Leute nichts mehr von einem wissen", so Jones. Quelle: Pro Medienmagazin
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