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Kinder aus der Retorte

(25. Juli 2008/rh.) - Vor 30 Jahren wurde in England das erste ausserhalb des Mutterleibes gezeugte Kind, Retortenbaby, geboren. Seither wurden über eine Million Kinder im Labor künstlich gezeugt. Und schon wird vom nächsten Schritt gesprochen: Der künstlichen Gebärmutter.

Trotz der komplexen Behandlungsmethode vermochte sich die Reagenzglasbefruchtung in den vergangenen 30 Jahren zu etablieren. In der Schweiz führten im Jahr 2006 rund 5000 Behandlungen mit Retortenbefruchtung zu rund 1500 Schwangerschaften. Insgesamt kamen in der Schweiz im selben Jahr 1033 Babys nach einer künstlichen Befruchtung zur Welt.

Fortpflanzungsmediziner versprechen, dass der Eingriff in Zukunft viel sanfter werden. Auch die Einschränkungen aufgrund ethischer Erwägungen gegenüber Fremdsamenspenden oder Leihmütterschaften würden abnehmen.

Dr. Davor Solter, Entwicklungsbiologe am Institute of Medical Biology in Singapur schreibt in der Zeitschrift Nature: «In 20 bis 30 Jahren werden wir in den Zeitungen lesen, dass jemand 20 000 Embryonen hergestellt und ihre Entwicklung studiert hat, und wir werden es okay finden.» Auch ist er sich sicher, dass es eines Tages künstliche Plazentas geben wird. «Dann kann jede Frau so viele Nachkommen haben, wie sie will.» - Schöne neue Welt!

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