ETH-Professor geisselt Kreationismus: „Unsinn"
(04. September 2008/rh.) - In einem auf der Webseite der Eidgenössisch-Technischen Hochschule (ETH) Zürich veröffentlichten Interview bezeichnet Paul Schmid-Hempel, Professor für experimentelle Ökologie, die Überzeugung, dass Gott das Leben und die Erde schuf als Unsinn. Nur Dumme könnten der Schöpfungstheorie glauben.
Professor Schmid-Hempel ist einer der aktivsten Gegner des Schöpfungsglaubens in der Schweiz. Kreationismus und Intelligent Design bezeichnet er in einem Interview auf der ETH-Webseite als „Unsinn“. Man versuche etwas wiederzubeleben, das vor 150 Jahren „durch die Erklärungskraft der Darwin’schen Evolutionstheorie“ widerlegt worden sei. Heute müsse man wachsam sein, dass kreationistische Lehren „nicht durch die Hintertüre in die Schulzimmer gelangen“. Politiker müssten klar Stellung dagegen beziehen. Offenbar sieht Schmid-Hempel im Schöpfungsgedanken eine reale Gefahr und wittert zunehmenden kreationistischen Einfluss auf Schulen, Politiker und Entscheidungsträger in der Wirtschaft. Warum dieser Einfluss gefährlich sein könnte, erklärt er nicht.
Der Ökologie-Professor hat nämlich den Eindruck, „dass einige Lehrer anfällig für kreationistische Lehren sind". Interessanterweise seien auch oft Chemiker und Physiker empfänglich dafür, fast nie jedoch Biologen. Dann nennt er „den Fall“ eines renommierten Chemieprofessors aus Georgia, der auch schon Gastprofessor an der ETH war. Er ist ein hervorragender Chemiker, aber gleichzeitig überzeugter Kreationist. So etwas bringt Schmid-Hempel nicht zusammen. Er spricht von einer „abstrusen“ Haltung. Er verstehe nicht, wie ein Topwissenschaftler dem Inteligent Design und dem Kreationismus anhängen könne. Zusammen mit anderen Evolutionsbiologen will er nun eine Informationsoffensive starten.
Schliesslich lässt Schmid-Hempel sich dazu hinreissen, schöpfungsorientiert denkende Menschen indirekt als dumm zu bezeichnen, indem er Schiller zitiert, mit dem Satz: „Mit der Dummheit kämpfen selbst Götter vergebens“. Unter die Dummen setzt er damit neben den an die Schöpfung glaubenden Christen, auch jenen professoralen Kollegen, den renommierten Chemiker aus den USA.
Und für einmal ist Schiller Recht zu geben: Gegen die Überzeugung, dass Gott der Schöpfer von Himmel und Erde und Jesus Christus der Erlöser des Menschen ist, kämpfen tatsächlich nicht nur die „Götter“, sondern auch Paul Schmid-Hempel vergeblich. Am Ende aller Diskussionen wird sich die Frage darum drehen, auf welcher Seite die "Dummen" nun wirklich stehen. Übrigens: Zum Interview auf der ETH-Webseite sind Leserkommentare erwünscht.
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