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In der Geschwindigkeitsfalle
(08. September 2008/tl.) - Das Leben der Menschen beschleunigt sich in
dramatischer Weise, die digitale Revolution wird zum Triebsatz der
Geschichte. Die Demokratie gerät in Gefahr.
Als der amerikanische Autor James Gleick 1999 in seinem Buch «The Acceleration of Just About Everything» schrieb, alle Lebensbereiche des Menschen unterlägen einer zunehmenden Beschleunigung, da war er damit als einer der ersten Wissenschaftsjournalisten einem der wesentlichen Merkmale unserer Zeit auf der Spur. Inzwischen ist die Empfindung, alles gehe immer schneller, das Gefühl von Zeitdruck und Zeitnot, allgegenwärtig. Eine rastlose Veränderungsdynamik hat sämtliche Lebensbereiche, Arbeit und Freizeit, Konsum und Kommunikation erfasst.
Mit der Industriellen Revolution fing es an. Diese gewaltige Umwälzung im 19. Jahrhundert führte zu einer Beschleunigung gesellschaftlicher Prozesse, nicht nur der wirtschaftlichen, sondern auch der politischen und kulturellen. Mit jedem neuen Informationsmedium hat diese Entwicklung zusätzlich an Fahrt gewonnen.
Aber erst die digitale Revolution, die um 1990 begann und noch anhält, hat das Tempo technischer, ökonomisch-sozialer, kultureller und politischer Prozesse geradezu explosionsartig beschleunigt.
Die Digitalisierung der Welt beschleunigt den Austausch von Information. Die Halbwertszeit des Wissens, von Softwareprogrammen, von Moden und Musikstilen nimmt immer mehr ab. Nach wenigen Jahren ist ein Computer altes Eisen, ein Handy schon nach einem Jahr. In der gleichen Zeiteinheit wird immer mehr produziert, transportiert und konsumiert. Motor dieser Beschleunigung ist unter anderem die Wettbewerbslogik unseres Wirtschaftens, das Leben des Menschen in der Konkurrenz mit anderen. Der Unternehmer, der schneller ist, macht das Geschäft. Selten hat jemand eine gesellschaftliche Bewegkraft knapper und präziser formuliert als Benjamin Frank-lin mit den drei Worten «Time is Money». mehr...
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