Medienschaffende sollen christliche Botschaft verbreiten
(15. September 2008/idea) – Neben Pfarrern und Evangelisten haben besonders Medienschaffende grosse Chancen, die christliche Botschaft unter kirchenfernen Menschen zu verbreiten. Darauf haben Referenten des Forums für Christen in Film und Fernsehen (CFF) in Stuttgart hingewiesen.
Während die Kirchen immer leerer würden, befassten sich Bücher und Filme wieder mehr mit religiösen Themen, sagte der Theologe und Ethiker Prof. Michael Schramm (Stuttgart). Als Beispiel nannte er die bekannteste Science-Fiction-Fernsehserie, Star Trek, für die 726 Episoden seit 1966 gedreht wurden. In der Anfangszeit hätten die Regisseure Religion als Auslaufmodell dargestellt, das demnächst von einem säkularen Humanismus abgelöst werde. Inzwischen werde zum Respekt vor unterschiedlichen religiösen Weltanschauungen gemahnt.
Heute rechneten die Serienhelden mit der Möglichkeit, dass es einen göttlichen Plan für die Welt gebe. Laut Schramm können christliche Filmemacher an diese religiöse Offenheit anknüpfen, indem sie die Suche nach Spiritualität thematisieren. Allerdings müsse man berücksichtigen, dass die wenigsten Menschen mit Gott als einem persönlichen Gegenüber rechneten, das beim Jüngsten Gericht über ihre Taten urteilen werde.
Unter Gott werde eher eine unbegreifliche kosmische Energie verstanden, von der positive religiöse Gefühle ausgingen. Dogmatische Aussagen seien nicht gefragt. So faszinierten bei Reisen des Papstes weniger dessen Predigten oder Moral als vielmehr die Tatsache, dass die Begegnung mit dem katholischen Oberhaupt ein besonderes Gemeinschaftsgefühl auslöse. Christliche Medienschaffende erfüllten ihre Aufgabe, wenn sie in ihren Produktionen die Fragen nach Gott so wach hielten, dass Pfarrer in Predigt, Unterricht und Seelsorge daran anknüpfen können, so Schramm.
Kritik an zahlreichen christlichen Fernsehsendungen übte der Chefredakteur der Schweizer Sendereihe „Fenster zum Sonntag“, Jürgen Single (Wangen bei Olten). Viele Produktionen seien handwerklich schlecht, inhaltlich langweilig oder nur für Gemeindemitglieder interessant. Zuschauer schalteten ab, wenn es keine Berührungspunkte mit ihrem Alltag gebe. Single forderte von den Christen unter den Medienschaffenden mehr Zusammenarbeit, um die Qualität zu erhöhen. Filme müssten so gut sein, dass sie auch an ungewöhnlichen Standorten gern gesehen werden, etwa auf den künftig in Kühlschranktüren integrierten Bildschirmen.
Auf der Tagung vergab das CFF zum vierten Mal „David“-Filmpreise für Beiträge, die den Wert und die Würde des Menschen achten sowie christliche Themen berühren. In der Kategorie „Non-Fiktional“ (Dokumentationen und Reportagen) gewann der Autor und Adolf-Grimme-Preisträger Martin Buchholz (Köln) mit einem Bericht über Christen in Uganda, die sich um Aids-Waisen kümmern. Die Berliner Drehbuchautorin Claudia Boysen setzte sich in der Kategorie „Fiktional“ (Spielfilme) mit dem Lehrfilm „Dick und Dünner“ zum Thema Essstörungen bei Jugendlichen und Kindern durch.
Das Preisgeld von jeweils 1.000 Euro stiftete die württembergische Landeskirche. Den aus technischer Unterstützung bei einem künftigen Dreh bestehenden Nachwuchspreis bekam eine schwäbische Produktionsgemeinschaft für ihre Abschlussarbeit an der Stuttgarter Hochschule der Medien. Sie beschreibt die Geschichte einer Indianerfamilie in der südlichen Andenregion Chiles. Die Jury unter Vorsitz der Redakteurin Iris Völlnagel (Köln) musste unter insgesamt 24 Bewerbungen auswählen.
Das 1989 gegründete CFF erreicht etwa 700 Christen, die als Autoren, Regisseure oder Medientechniker in Deutschland, Österreich und der Schweiz tätig sind. Leiter ist Gerald Birkenstock (Stuttgart).
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