Irak: Zwei Christen ermordet
(06. Oktober 2008/idea) - Die Gewalt gegen Christen im Irak nimmt nicht ab. In Mossul (Nordirak) sind Anfang Oktober ein Geschäftsmann und ein Jugendlicher getötet worden. Nach Angaben der katholischen Nachrichtenagentur AsiaNews herrscht unter den Christen der Stadt Panik.
Ein Mordkommando habe den 40-jährigen Inhaber eines Bekleidungsgeschäftes in der Nähe seines Ladens erschossen. Der 15-Jährige Ivan Nuwya wurde vor seiner Wohnung mit mehreren Schüssen getötet.
Fast drei Viertel der irakischen Christen sind seit dem Einmarsch der alliierten Truppen im März 2003 vor Entführungen, gewaltsamen Übergriffen, Plünderungen und Mord geflohen. Die meisten haben vorübergehende Aufnahme im Nordirak, in Syrien und Jordanien gefunden.
Erst kürzlich war der 65-jährige Arzt Tariq Qattan in Mossul verschleppt worden; am 3. September wurde seine Leiche aufgefunden. Seine Familie hatte ein Lösegeld von 13.300 Euro gezahlt. Am 1. September wurde ebenfalls in Mossul der Christ Nafi Haddad entführt und getötet. Am 29. Februar war der chaldäisch-katholische Erzbischof von Mossul, Paulos Faradsch Rahho, im Anschluss an eine Messe verschleppt und später ermordet worden.
Die chaldäischen Katholiken bilden die grösste Gemeinschaft in der christlichen Minderheit im Irak, die vor dem Krieg aus etwa einer Million Kirchenmitgliedern bestand. Insgesamt leben noch rund 450.000 Christen im Irak.
Von den 26,7 Millionen Einwohnern sind 95 Prozent Muslime. Über eine Aufnahme christlicher Flüchtlinge aus dem Irak will die EU frühestens im November entscheiden. Das Kontingent soll etwa 10.000 Personen umfassen.
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