„Wort und Wissen“: Tagung im Berner Oberland
(09. Oktober 2008/tl.) – Der Glaube an eine Schöpfung: Für viele ist das ein Ärgernis und ein Stein des Anstosses. Die Studiengemeinschaft „Wort und Wissen“ lässt sich in ihrer wissenschaftlichen Arbeit vom Glauben an die Bibel inspirieren. Anfang Oktober fand im schweizerischen Beatenberg eine Tagung von „Wort und Wissen“ statt.
Das Konzept und der Leitgedanke der Studiengemeinschaft steckt schon in ihrem Namen „Wort und Wissen“. Dem Wort Gottes wie es in der Bibel steht will man vertrauen, um Wissen über Natur und Schöpfung will man sich mit den Methoden der Wissenschaft bemühen. Die Vermittlung solchen Wissens steht im Vordergrund der Arbeit der Studiengemeinschaft. „Wort und Wissen“ publiziert Bücher, gibt eine Zeitschrift heraus und betreibt eine rege Vortragstätigkeit.
Mit der Resonanz auf das Tagungsangebot zeigten sich die Veranstalter sehr zufrieden. Mit 120 Teilnehmern waren wesentlich mehr Interessierte nach Beatenberg ins Berner Oberland gekommen als zu der Tagung im Vorjahr.
In den Vorträgen konnten die Referenten in verschiedenen wissenschaftlichen Disziplinen Fragen aufwerfen, die einer evolutionistischen Darstellung widersprechen. Der Chemiker Dr. Harald Binder begründete seine Zweifel an der evolutionistischen Lesart, wonach Bernsteine bis zu 35 Millionen Jahre alt sind.
Bernstein kommt in sehr grossen Mengen vor. Manche Lagerstätten sind so ergiebig, dass sie industriell genutzt werden, um daraus Naturharze zu gewinnen. Es ist bislang nur schwer möglich, die Entstehung von so grossen Mengen Bernstein zu erklären, zumal man heute nirgends die Entstehung von Bernstein beobachten und studieren kann. Harald Binder hält auch eine wesentlich schnellere Entstehung unter spezifischen Druck- und Temperaturverhältnissen für denkbar. Dieser Annahme zufolge wäre Bernstein keine Baumharz, sondern ein abiotisch entstandenes Harz.
Auch die Frage nach den genauen Umständen, wie in einzelnen Bernsteinen sehr viele, ganz unterschiedliche Lebewesen eingeschlossen werden konnten, ist für die Wissenschaft eine grosse Herausforderung. Harald Binder hält es für unwahrscheinlich, dass in einem geordneten Ökosystem Tiere verschiedener Lebensräume innerhalb eines einzigen Bernsteins eingeschlossen werden. Das Studium von Bernsteinfunden gibt ihm Anlass zu der Annahme, dass der Bernstein im Zuge eines chaotischen Geschehens entstanden ist.
Gegen die extrem langen postulierten Zeiträume spricht, dass Bernstein sehr empfindlich ist. Sogar die geschützten Exponate in Museen müssen aufwändig vor dem schnellen Zerfall geschützt werden.
Der Leiter von „Wort und Wissen“, Dr. Harald Junker, referierte über aktuelle Entwicklungen in der Evolutionsbiologie und legte an verschiedenen Beispielen dar, dass auch innerhalb der Evolutionstheorie offene Fragen zunehmend angesprochen werden. Der Gedanke an eine Zielgerichtetheit in der Natur drängt sich auch manchem Evolutionsbiologen auf.
Die Referenten betonten immer wieder, dass das Wissen der Menschen über die Schöpfung begrenzt ist und man „nicht alles wissen kann“ – wie es ja auch die Bibel lehrt. Die begriffliche Zuschreibung „Kreationisten“ möchte Reinhard Junker für „Wort und Wissen“ nicht in Anspruch nehmen. „Wort und Wissen“ vertritt die biblische Schöpfungslehre, geht aber nicht soweit zu sagen, dass es keine offenen Fragen gibt, auf die man noch keine Antworten hat.
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