Kontakt   Newsletter   Impressum
   

    factum online RSS
  Infos zum RSS-Feed

Christenverfolgung im Irak immer dramatischer

(24. Oktober 2008/fa.) – Die Situation für die Christen im Irak spitzt sich dramatisch zu. Dauern die anti-christlichen Angriffe und der Exodus von Christen weiter an, wird es im Irak in einigen Jahren keine Kirche mehr geben, befürchtet die christliche Hilfsorganisation Open Doors.

Mit dem weltweiten Projekt „Nothilfe für die Kirche im Irak“ will das Hilfswerk für verfolgte Christen auf die dringenden Hilferufe von irakischen Glaubensgeschwistern antworten.

„Die Zeit drängt. Wir dürfen nicht tatenlos zusehen, wie die Kirche ausblutet. Noch immer gibt es Christen im Land, die trotz allem die Kirche lebendig halten wollen. Wir müssen sie dabei aktiv unterstützen“, appelliert Markus Rode, Leiter von Open Doors Deutschland.

Von ehemals 550.000 Christen im Jahr 2003 leben noch etwa 385.000 im Land; in den 1990er Jahren waren es 850.000.

Über 90 Prozent der Bevölkerung gehören dem Islam an. Fast täglich erreichen Open Doors Schreckensmeldungen wie zuletzt aus Mosul. Mindestens 10.000 Christen flohen nach willkürlichen Ermordungen von Christen und gezielten Vertreibungen durch Terroristen aus der nordirakischen Stadt. Viele flüchteten nachts. Die Geflohenen suchen Schutz in umliegenden Orten in der Ninive-Ebene oder in der ohnehin von Binnenflüchtlingen stark bevölkerten Autonomen Region Kurdistan. Sie tragen kaum das Notwendigste zum Leben bei sich. Kirchen, Klassenzimmer oder ein Kloster wurden zu Notunterkünften. Einige schlafen in ihren Autos.

In Zusammenarbeit mit lokalen Organisationen konnten 200 Flüchtlingsfamilien aus Mosul mit ersten Lieferungen von Lebensmitteln, Decken und Kochgeräten versorgt werden. Den Hilfspaketen liegen Bibeln und Kinderbibeln bei. Die Nothilfe wird permanent ausgeweitet. Für den nahenden Winter müssen Öfen und Heizmittel verteilt werden. Dafür werden dringend Spenden benötigt.

Open Doors unterstützt bereits Binnenflüchtlinge im irakischen Kurdengebiet und Kirchen in Bagdad unter anderem mit Bibeln, Seelsorgeschulungen für traumatisierte Christen und Hilfe-zur-Selbsthilfe-Projekten. Der gebeutelte Irak ist ein Schwerpunkt der dreijährigen Gebetskampagne „Gefährlicher Glaube: Gebet und Hilfe für Christen in der islamischen Welt“, die Open Doors zur Stärkung und Ermutigung Not leidender Christen ins Leben rief.

Wie ein Mitarbeiter berichtete, erschiessen in Mosul als Polizisten gekleidete Männer Passanten willkürlich auf der Strasse, wenn in ihrem Ausweis der Religionseintrag „Christ“ steht. Mindestens 15 Christen starben seit Ende September. Im christlichen Viertel Sukar in Mosul fuhr ein Lautsprecherwagen durch die Strassen und forderte Christen auf, aus dem Viertel zu verschwinden, andernfalls würden sie getötet werden. Der 15-jährige Evan Enwiya Adam wurde beim Spielen mit seinen muslimischen Freunden vor seinem Haus getötet. Grundlos ermordet wurde auch der auf einen Rollstuhl angewiesene Ziyad Kamal in seinem Laden für Ersatzteile. Viele Flüchtlingsfamilien berichteten von Drohbriefen, die in ihre Häuser geworfen wurden. Darin werden sie zum Verlassen der Stadt binnen 24 Stunden aufgefordert. An fingierten Kontrollposten werden Autos angehalten und die Ausweise kontrolliert. Ein als Beamter getarnter, maskierter Terrorist forderte auf diese Art zwei Christen mit den Worten „Kein Christ darf in Mosul bleiben“ zur Flucht auf.

Der Alltag der irakischen Glaubensgeschwister ist bestimmt vom täglichen Kampf ums Überleben. Radikale Islamisten führen einen brutalen Kampf gegen Christen, die sie als Verbündete des Westens ansehen. Einschüchterungen, Demütigungen, Entführungen, Folter, Vergewaltigungen und Zwangsverheiratungen von Christinnen oder die Zerstörung von Kirchen sind ihre Waffen. Es ist das Ziel der Islamisten, so der Eindruck von Open Doors, den Irak von „Ungläubigen“ zu reinigen“. Open Doors bittet um Spenden für die verfolgten Christen im Irak. Spendenkonto: Postbank Karlsruhe, Konto 315 185 750, BLZ 660 100 75 Verwendungszweck: Nothilfe Irak



zurück

Das aktuelle Heft:
factum 3/2012


factum 3/2012
factum-Abo
efactum-App
Mithelfen und fördern!
ethos – suchen, finden, leben