Museum zur Geschichte der Täufer
(27. Oktober 2008/idea) – Auf dem Gelände des Freilichtmuseums Niedersulz bei Wien wurde jetzt ein Museum zur Geschichte der Täufer eröffnet. Initiator ist Reinhold Eichinger (Wien), Vizepräsident des Bundes Evangelikaler Gemeinden und Leiter des Hutterischen Geschichtsvereins.
Wie er idea mitteilte, sei die Täuferbewegung dem „Durchschnittsösterreicher“ kaum bekannt. Für die Täufer gilt lediglich die Glaubenstaufe aufgrund eines persönlichen Glaubensbekenntnisses; die Taufe unmündiger Kinder betrachten sie als ungültig. Weil sie auch an bereits als Kind Getauften die Taufe vollzogen, wurden sie massiv verfolgt.
In Österreich seien Tausende Täufer zum Martyrium bereit gewesen und hätten deutliche Spuren hinterlassen, so Eichinger. Er verwies etwa auf den Theologen Balthasar Hubmaier (1485-1528), der 1528 in Wien öffentlich bei lebendigem Leib verbrannt wurde, als er sich weigerte, sein Bekenntnis als Täufer zu widerrufen.
Im „Kleinhäuslerhaus“ in dem Museumsdorf wird in fünf Räumen die Geschichte der Täufer von den Anfängen bis heute dargestellt. Ein eigener Raum ist den Hutterern gewidmet, einer 1528 gegründeten täuferischen Kirche, die auf Jakob Hutter zurückgeht und deren Anhänger in Gütergemeinschaft leben. Heute gibt es noch rund 50.000 Hutterer nahezu ausschliesslich in den USA und Kanada. Sie sprechen meist einen österreichischen Dialekt.
Von den 8,3 Millionen Einwohnern Österreichs sind 5,6 Millionen Katholiken. Die rund 350.000 Muslime bilden die zweitgrösste Religionsgemeinschaft. Die evangelische Kirche hat knapp 330.000 Mitglieder. Rund 15.000 Österreicher gehören den - meist täuferisch geprägten - Freikirchen an.
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