Peres: "Syrien bekommt Land für Frieden"
(19. November 2008/inn) - Für Frieden mit Israel muss Syrien seine Verbindungen zur vom Iran unterstützten Hisbollah einstellen. Das sagte Israels Staatspräsident Schimon Peres in einem Interview des britischen Radiosenders BBC. Israels Staatsoberhaupt hält sich derzeit anlässlich der seit 60 Jahren bestehenden anglo-israelischen Beziehungen in Grossbritannien auf.
"Ägypten hat Frieden mit Israel geschlossen, ebenso Jordanien, und sie haben alles Land zurückbekommen. Syrien weiss, wenn es wirklichen Frieden schliesst und seinen Weg ändert, wird es das gleiche bekommen", sagte Peres weiter. Syrien könne jedoch nicht erwarten, dass sich Israel von den Golan-Höhen zurückziehe, während der Iran mit syrischer Hilfe seinen Einfluss im Libanon stärke. Israel werde keine iranische Präsenz an seiner Grenze tolerieren, so der Staatspräsident.
Während seines Besuches sprach Peres im "Mansion House", dem Amtssitz des Londoner Oberbürgermeisters, unter anderem vor mehr als 200 hochrangigen Unternehmern zum Thema "Israel als Wirtschaftsmotor für den Nahen Osten". Dort wurde ihm aufgrund seiner Bemühungen um Frieden in Nahost zudem die Ehrendoktorwürde des Londoner "King College" verliehen.
Im Anschluss hielt Peres eine Rede vor mehr als 1.000 Studenten an der Universität Oxford. Dabei wurde er mehrmals von pro-palästinensischen Demonstranten unterbrochen, die Peres unter anderem als "Kriegsverbrecher" beschimpften. Die Gruppe hatte vor der Ansprache Flugblätter verteilt, auf denen sie Peres "israelischen Terror" unterstellt.
"Dieser Mann ist verantwortlich für das einzige Nuklearwaffenlager im gesamten Nahen Osten. Als Präsident Israels ist er für das Leiden von 1,5 Millionen Palästinenser im Gazastreifen verantwortlich, die einer Belagerung unterliegen", heisst es dort weiter.
Die Demonstranten wurden jedoch von einer Mehrheit des Publikums durch Buhrufe zum Schweigen gebracht. Peres habe laut der Tageszeitung "Jediot Aharonot" gefasst reagiert und einem der Protestler geantwortet: "Wir haben das Recht, am Leben zu bleiben. Dafür brauchen wir nicht Eure Erlaubnis."
Peres wird voraussichtlich bis Freitag in Grossbritannien bleiben. Für Donnerstag ist unter anderem ein Treffen mit Königin Elisabeth II. geplant. Quelle: israelnetz.de
zurück
|