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Ägypten: Krawall um Gottesdienst

(08. Dezember 2008/akref.) – Wie die IGFM von der koptischen Gemeinde in Deutschland erfahren hat, ist es am 23. November 2008 in Ain Schams, einem
Stadtteil im Nordosten Kairos, zu blutigen Zusammenstössen zwischen Christen und Muslimen gekommen.

Nach Angaben von Sicherheitskräften wurden acht Personen verletzt, Augenzeugen sprechen von Dutzenden.

Etwa 1.000 koptisch-orthodoxe Christen waren am 23. November 2008 zum Gebet im Gemeindehaus von Ain Schams, welches sie als Kirche nutzen, zusammengetroffen. Der Grossteil der Besucher waren Frauen und Kinder. Vor dem Gebäude versammelten sich zeitgleich nach dem Abendgebet mehrere tausend
Muslime, um gegen die christliche Zusammenkunft zu protestieren. Dabei sollen die Muslime Steine und Brandsätze geworfen und gedroht haben: „Wir werden die Kirche niederreissen!“ Die Polizei griff erst ein, als es zur blutigen Eskalation kam.

Der Auseinandersetzung gingen Konflikte zwischen Christen und Muslimen über die
Rechtmässigkeit der Nutzung des Gemeindehauses als Kirche voraus. Muslimische Bewohner des Viertels werfen den Christen vor, ihr Gebäude sei nicht offiziell als Kirche zugelassen. In
Ägypten ist es für christliche Gemeinden nicht leicht, die staatliche Bewilligung für den Bau einer neuen Kirche zu erhalten, weshalb die Gläubigen oft Gemeindehäuser als Behelfskirchen nutzen.

Nach Einschätzung der IGFM geht es aber in erster Linie nicht um Verwaltungsformalitäten, sondern eher darum, die Religionsausübung der Christen des Viertels zu verhindern.
Quelle: Akref



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