Kontakt   Newsletter   Impressum
   

    factum online RSS
  Infos zum RSS-Feed

Türkei und Ägypten warnen vor dem Iran

(12. Dezember 2008/tl.) Auch die Türkei und Ägypten fühlen sich von dem iranischen Atomprogramm bedroht. Dies bekräftigten der ägyptische Präsident Mubarak und Murat Mercan, einer der einflussreichsten Außenpolitiker der Türkei.

Die Beziehungen zwischen Iran und Ägypten haben sich verschlechtert. Ägyptens Präsident Hosni Mubarak hat die iranische Politik bei einem Treffen mit Parteifreunden scharf kritisiert. „Die Perser versuchen, die arabischen Staaten zu schlucken“, sagte er.

Das ägyptische Aussenministerium hatte einen iranischen Diplomaten einbestellt, um ihm seinen Zorn über jüngste Studentenproteste vor der ägyptischen Botschaft in Teheran zu übermitteln. Das teilte die iranische Nachrichtenagentur Fars mit.

Mercan ist der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses des türkischen Parlaments und ein hochrangiges Mitglied der regierenden „Partei für Gerechtigkeit und Aufschwung“ (AKP). Mercan unterstrich, dass Israel nicht das einzige Land sei, dass sich vom Iran bedroht fühle: „Der Iran ist vor allem anderen eine Bedrohung für uns.“

Zu der Tatsache, dass die Türkei dennoch jüngst eine gemeinsame Absichtserklärung mit Iran zur Entwicklung von Gasfeldern im Südiran unterzeichnet hat, bemerkte er: „Wir weichen nicht von der Politik der Sanktionen ab, da eine gemeinsame Absichtserklärung nicht bedeutet, dass konkret irgendetwas getan wird. Allgemein wird die Türkei sich nicht von der vom UN-Sicherheitsrat akzeptierten Politik gegenüber dem Iran entfernen.“

Mit Blick auf Handelsabkommen Deutschlands und der Schweiz mit dem Iran fügte er hinzu: „Man kann von der Türkei nicht erwarten, dass sie in Bezug auf eine Zusammenarbeit mit dem Iran mehr tut als andere Länder.“

Mercan geht weiterhin davon aus, dass Sanktionen das sinnvollste Mittel zur Eindämmung des iranischen Atomprogramms seien, wenn er auch nicht sicher ist, dass es realistisch sei, vollständige Sanktionen zu erwarten, solange es noch immer Länder gebe, die dagegen ihr Veto einlegen.



zurück

Das aktuelle Heft:
factum 3/2012


factum 3/2012
factum-Abo
efactum-App
Mithelfen und fördern!
ethos – suchen, finden, leben