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Die Zahl der Kriege nimmt zu

(15. Dezember 2008/tl.) – Die Zahl der kriegerischen Auseinandersetzungen ist in diesem Jahr höher als im Vorjahr. Das teilt das Heidelberger Institut für Internationale Konfliktforschung (HIIK) mit. Die Wissenschaftler beobachten eine besorgniserregende Verhärtung in vielen Konflikten.

Unter den insgesamt 345 beobachteten Konflikten zählen die Politikwissenschaftler 39 hochgewaltsame Auseinandersetzungen, darunter neun Kriege. Hinzu kommen 95 gewaltsame Krisen, Konflikte also, in denen sporadisch Gewalt eingesetzt wird.

Im Vorjahr hatte die Zahl der hochgewaltsamen Konflikte mit 32, darunter sechs Kriegen, deutlich niedriger gelegen.

Von den neun Kriegen werden je drei im Vorderen und Mittleren Orient sowie in Afrika geführt, zwei in Asien und einer in Europa: die Auseinandersetzung zwischen Russland und Georgien. Vier der Kriege werden schon seit 2006 mit extremem Gewalteinsatz geführt. Dazu gehören die Kriege in Darfur (Sudan), Somalia, Sri Lanka und die Auseinandersetzung zwischen afghanischen Taliban und der afghanischen Regierung.

Besonders der Krieg in Darfur, der schon seit fünf Jahren andauert, wird mit grosser Grausamkeit gegenüber der Zivilbevölkerung geführt. Fast die Hälfte der schweren Krisen dauert bereits seit dem Vorjahr oder noch länger auf hohem Gewaltniveau an. Das wertet das Heidelberger Institut als besorgniserregende Verhärtung in vielen gewaltsamen Konflikten.

In Afrika steigt die Zahl der kriegerischen Auseinandersetzungen von neun im Vorjahr auf zwölf, darunter drei Kriege. Vom Tschad über den Sudan, Äthiopien, Somalia, Kenia und in den Kongo erstreckt sich ein zusammenhängendes Krisengebiet, in dem sich verschiedene kriegerische Auseinandersetzungen wechselseitig verstärken.

Weitere Brennpunkte der Gewalt sind Afghanistan und der Irak, in dessen Norden sich auch der Krieg zwischen der Türkei und der kurdischen PKK abspielt.
Anlass zur Sorgen gibt auch die Region Kaschmir, wo Separatisten massive Gewalt gegen die indische Regierung einsetzen.

Diese Region ist zwischen den beiden Atommächten Pakistan und Indien umstritten. Massive Truppenaufgebote stehen sich hier gegenüber.

Die deutlichste Eskalation ist in Europa zu verzeichnen, wo im letzten Jahr kein einziger hochgewaltsamer Konflikt ausgetragen wurde. In diesem Jahr sind es vier.



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