2008 das kälteste Jahr dieses Jahrhunderts
(17. Dezember 2008/tl.) – Das Jahr 2008 ist das kühlste Jahr dieser Dekade und damit dieses Jahrhunderts. Das geht aus einer vorläufigen Bilanz der Weltmeteorologie-Organisation WMO in Genf hervor.
Das wärmste Jahr in der Reihe der Aufzeichnungen bleibt mit einer durchschnittlichen Lufttemperatur von 14,52 Grad das Jahr 1998. Das lag allerdings weniger am Klimawandel als vielmehr an dem Warmwasser-Phänomen El Nino, das in jenem Jahr besonders ausgeprägt war. El Nino ist eine zyklisch wiederkehrende Erwärmung einer Meeresströmung im Pazifik, die sich mit Kaltwasser-Perioden, La Nina genannt, abwechselt.
„Wie kann es nun in dem seit Jahren von Experten und dem Weltklimarat IPCC vorgerechneten globalen Erwärmungstrend zu dieser wenn auch leichten Abkühlung kommen?“, fragt sich ein Wissenschafts-Autor der FAZ. Die Weltmeteorologie-Behörde erklärt den Abkühlungstrend vor allem mit dem bis zum Mai dieses Jahres herrschenden Klimaphänomens La Nina. Ein Großteil des äquatorialen Pazifiks war deutlich kälter als üblich.
Dies habe indirekt in anderen Regionen, etwa in grossen Teilen Eurasiens von der Türkei bis China, zu extremen und anhaltenden Abkühlungen der Atmosphäre geführt. Die Türkei erlebte im Februar die kältesten Tage seit fünfzig Jahren. Auch der Mittlere Westen der Vereinigten Staaten war, wie schon in den vergangenen Jahren, überdurchschnittlich kalt.
Die niedrigen Temperaturen des Pazifiks, die unabhängig vom Wechselspiel zwischen El Nino und La Nina seit einiger Zeit beobachtet werden, wurden vor einem halben Jahr von Forschern des „Geomar“-Forschungszentrums in Kiel als entscheidender Klimamotor des kommenden Jahrzehnts ins Spiel gebracht.
Dass die globalen Temperaturen in den vergangenen zehn Jahren nicht angestiegen sind, sondern relativ kühl waren, erklären sich die Klimaforscher aus Kiel mit dieser Meeresströmung.
Mit Klimamodellen, in denen erstmals Messungen der Meeresströme an der Oberfläche einberechnet und Tiefseetemperaturen daraus abgeleitet werden, haben sie eine Klimaentwicklung für die nächste Dekade prognostiziert, die in Teilen deutlich von jener des Weltklimarates IPCC abweicht. Die Wissenschaftler gehen von einer Abkühlung aus.
zurück
|