Iran setzt weiter auf Konfrontationskurs
(18. Dezember 2008/tl.) – Der Iran beschreitet weiter den Weg der internationalen Isolierung. Die politische Atmosphäre zwischen der Islamischen Republik und Frankreich, Grossbritannien und Argentinien hat sich verschlechtert.
Der iranische Präsident Mahmoud Ahamdinedschad bezichtigte seinen französischen Amtskollegen Nicolas Sarkozy, den „arroganten“ Stil der Pharaonen adaptiert zu haben.
Sarkozy hatte am Montag vergangener Woche vor der UN-Vollversammlung in Bezug auf Ahmadinedschad erklärt, er werde niemandem die Hand schütteln, der zur Vernichtung Israels aufruft. Daraufhin wurde der französische Botschafter in Teheran ins iranische Aussenministerium einbestellt und gerügt.
Irans Aussenminister Manouchehr Mottaki sagte bei einem Besuch in Minsk (Weissrussland), dass Frankerich auf das falsch Pferd setze, die Stellungnahme des französischen Präsidenten jedoch nichts Neues enthalte. Mottaki beteuerte: „Niemals werden wir das zionistische Regime anerkennen. In dieser Angelegenheit sind unsere Meinungsverschiedenheiten mit Frankreich sehr schwer.“
Währenddessen hat Grossbritannien begonnen, seine Handelsbeziehungen mit dem Iran zurückzuschrauben. Die Wirtschaftsabteilung der britischen Botschaft in Teheran ist in den letzten Monaten stark verkleinert worden; derzeit ist dort nur noch eine Person tätig.
Auch Argentinien verhärtet seine Haltung gegenüber dem Iran. Ein argentinisches Gericht hat am Dienstag den Immobilienbesitz eines früheren iranischen Diplomaten beschlagnahmt, der der Involvierung in den Bombenanschlag auf das jüdische Gemeindezentrum AMIA in Buenos Aires im Jahr 1994 beschuldigt wird. Der Terroranschlag, bei dem 85 Menschen ermordet wurden, war von iranischen Politikern eingefädelt und finanziert worden. Die Täter kamen von der Hisbollah.
Nach dem endgültigen Rechtsspruch wird das beschlagnahmte Geschäftsgebäude versteigert. Der Erlös soll den Opfern und Hinterbliebenen des Terroranschlags zugute kommen. Argentinien setzt sich nach wir vor für die Verhaftung iranischer Regierungsbeamter ein. Interpol hat Haftbefehle gegen sechs der Verdächtigen erlassen.
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