Himmelfahrt - Höhenflug mit Tiefenwirkung
Die Himmelfahrt Jesu ist ein Szenenwechsel. Erst war er auf der Erde, jetzt ist er im Himmel. Allerdings ist der Himmel kein Ort, sondern jene Dimension, in der Gott ist.
Theo Lehmann
«Und als er das gesagt hatte, wurde er aufgehoben zusehends, und eine Wolke nahm ihn auf vor ihren Augen weg. Und als sie unverwandt zum Himmel blickten, während er dahinfuhr, siehe, da standen zwei Männer in weisser Kleidung bei ihnen, die sprachen: Ihr Männer von Galiläa, was steht ihr hier und seht zum Himmel? Dieser Jesus, der von euch weg in den Himmel aufgenommen worden ist, wird in derselben Weise wiederkommen, wie ihr ihn habt in den Himmel auffahren sehen.» Apostelgeschichte 1,9 bis 11
Dieser Vers beschreibt, was wir Himmelfahrt nennen. Jesus redet mit seinen Jüngern, auf einmal hebt er ab, Wolke davor, weg ist er. Wo ist er hin? Wie find ich denn so was? Selbst wenn die ein Fernrohr gehabt hätten, hätte ihnen das nichts genützt. Es gibt nichts zu sehen, eine Wolke davor, der Vorhang ist zu.
Natürlich fragen wir uns: Wie sollen wir uns das vorstellen? Aber die Frage nach dem Wie ist eine falsche Frage. Wenn du ins Theater gehst, ist vor der Bühne ein Vorhang. Und wenn der zu ist, kannst du noch so angestrengt durch dein Opernglas stieren – was dahinter passiert, siehst du nicht. Sollst du ja auch gar nicht. Geht dich nichts an, wie die Bühne zum Szenenwechsel umgebaut wird. Himmelfahrt ist Szenenwechsel.
Erst war Jesus auf der Erde, jetzt ist er im Himmel, und wie das vor sich geht, geht uns nichts an. Ich begreife sowieso nicht, warum ausgerechnet zu Himmelfahrt alle Welt vor lauter naturwissenschaftlichen Bedenken Bauchschmerzen kriegt und alle ein bisschen peinlich berührt an der Nase runtergucken, weil das angeblich keiner mehr so richtig glauben und deshalb nicht in die Kirche kommen kann, während zu Weihnachten alle Welt in die Kirche rammelt, obwohl es da auch um einen Szenenwechsel geht, bloss in der umgekehrten Richtung. Denn da ist Jesus aus dem Himmel zu uns runter auf die Erde gekommen. Ob nun «vom Himmel hoch, da komm ich her» oder «zum Himmel hoch, da geh ich hin» – in beiden Fällen geht es um den gleichen Himmel.
Aber das ist nicht der gleiche Himmel, an dem die radioaktiven Wolken ziehen. Die ganzen intellektuellen Bauchschmerzen lösen sich in Nichts auf, wenn man endlich mal zur Kenntnis nimmt, dass der biblische Himmel ein Ort ist, sondern dort ist, wo Gott ist. Das ist kein Ort, das ist eine Dimension. Der Himmel der Bibel ist keine kosmische, sondern eine geistliche Dimension, die Dimension Gottes. Wer das erst mal kapiert hat, hat keine Probleme mehr mit Himmelfahrt.
Wer allerdings den Himmel der Bibel mit dem Himmel über unserer Erde verwechselt und denkt, das wäre ein Ort, vielleicht ein paar Stockwerke über den Wolken, aber jedenfalls ein Ort im Weltraum – dem kann ich nicht helfen. (...)
Lesen sie den ganzen Artikel in factum 372008.
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