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Für Sie notiert: Mut zur Wahrheit

Jan Hus (1369–1415), der tschechische Reformator und Prediger, schrieb: «Lieber wäre ich des Todes, als die Wahrheit zu leugnen, die ich in der Heiligen Schrift oder anderswo erfahren habe.» Dass diese Haltung später seinen Tod fordern würde, ahnte er nicht, als er seine Überzeugung kundtat. Am 6. Juli 1415 wurde er von der Vollversammlung des Konzils auf Grund seiner Lehre von der «Kirche als der unsichtbaren Gemeinde der Prädestinierten» als Letzer zum Feuertod verurteilt und auf dem Brühl in Konstanz zusammen mit seinen Schriften verbrannt.

Klaus Rudolf Berger

Wer sich heute einmischt, die Wahrheit sagt und Zusammenhänge aufdeckt, die für andere Folgen haben, muss wie Jan Hus damit rechnen, getötet zu werden. So die russische Journalistin Anna Politkowskaja, die am 7. Oktober 2006 erschossen in ihrer Wohnung aufgefunden wurde. Zuletzt arbeitete sie an einer Reportage über die Folter in Tschetschenien. Für ihre Ehrlichkeit und ihren Mut musste sie sterben.

Neben dem physischen Tod steht oftmals und ebenso, wenn nicht sogar noch weitaus häufiger, der psychische «Tod», der denen sicher ist, die mutig und unter Einsatz von Leiden die Wahrheit aussprechen. Unlängst veröffentlichte der Journalist Udo Ulfkotte seine Erfahrungen mit deutschen Behörden, nachdem er über den «Krieg» in deutschen Städten geschrieben hatte.

Die von ihm angesprochene Gruppe der radikalen Islamisten überzog ihn und den Verlag mit Klagen und Drohungen, bis das Buch «Propheten des Terrors. Das geheime Netzwerk der Islamisten» im Sommer 2006 still vom Markt genommen wurde. Inzwischen ermitteln die Behörden gegen Ulfkotte, der sich der Wahrheit verpflichtet weiss und sie ausspricht. Er schreibt im oben erwähnten Bericht: «Ich empfinde Mitleid und Bestürzung über Politiker, die die Augen erschliessen, wenn statt Islamisten jene verfolgt werden, die über Terrorstrukturen aufklären.»

Lesen Sie die ganze Kolumne von Klaus Rudolf Berger in FACTUM 8/2006.

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