Kontakt   Newsletter   Impressum
   

    factum online RSS
  Infos zum RSS-Feed

Unterschiedlich beurteilte Fehlurteile

(02. März 2007) - Als der Schweizer Universalgelehrte und Sintflutforscher Professor Johann Jakob Scheuchzer (1672-1733) ein Fossil falsch interpretierte, wurde sein ganz Werk in Frage gestellt. Wenn Wissenschaftler heute Dinge behaupten, die sich im Nachhinein als falsch erweisen, können sie weiterarbeiten als wäre alles in bester Ordnung.

Rolf Höneisen

Der Schweizer Johann Jakob Scheuchzer (1672–1733) war ein Pionier in der Fossilienforschung. Neben seiner naturforschenden Tätigkeit arbeitete er als Stadtarzt in Zürich. Für ihn stand fest, dass die Naturwissenschaft die Bibel stützt, nicht widerlegt. So benutzte Scheuchzer seine Zeichnungen versteinerter Pflanzen und Tiere, um damit die in der Bibel beschriebene globale Flut zu belegen. Dann unterlief ihm eine folgenschwere Fehlbestimmung. Er beschrieb ein versteinertes Skelett als «Homo diluvii testis», als das eines vorsintflutlichen Menschen. Der Franzose Cuvier identifizierte dasselbe Fossil später als Riesensalamander.

Sein Irrtum wurde Scheuchzer schwer bis gar nicht verziehen. Sein biblisch geprägtes Denken wurde in Frage gestellt. Die Schweiz lehnte den Druck seiner «Kupferbibel» ab. Man begann, sein Gesamtwerk in Frage zu stellen (siehe Artikel in factum 2/2007). Die von ihm vertretene und sich in Europa in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts ausbreitende Sintflut-Erklärung vermochte sich nicht zu halten. Der Geist der Aufklärung hielt Einzug und begann, das menschliche Wissen zu erhöhen und die Autorität der Bibel abzusetzen. Diejenigen gewannen, die wie Voltaire den Gottes- und Bibelglauben überwinden wollten. Seither werden Geistes- und Naturwissenschaften in separaten Räumen betrieben. Die Theologie verlor ihren Einfluss, die Evolution setzte sich als Erklärungsmodell durch.

In unseren Tagen werden laufend wissenschaftliche Ergebnisse präsentiert, die sich im Nachhinein als korrekturbedürftig bis falsch herausstellen. Doch deshalb werden weder deren Verfasser, noch das damit verbundene materialistisch-atheistische Denken hinterfragt. Aktuellster Fall ist die Geschichte um das angebliche Familiengrab von Jesus. Dass Jesus mit Maria Magdalena ein Kind gehabt haben soll, ist die Erfindung des Schriftstellers Dan Brown. Es ist nachgewiesen, dass diese Behauptung auf gefälschten Dokumenten und fragwürdig interpretierten Texten beruht. (factum hat ausführlich darüber berichtet.) Browns Buch «Sakrileg» wurde 50 Millionen Mal verkauft.

Jetzt doppeln «Titanic »-Regisseur James Cameron und der Dokumentarfilmer Simcha Jacobovici nach. Sie behaupten dasselbe und wollen den Tatsachenbeweis in Händen halten: zwei Kalksärge, in denen die Knochenreste von Jesus und seiner Gattin Maria Magdalena gelegen haben sollen. Wissenschaftliche Unterstützung erhalten sie von James Tabor und Shimon Gibson. Der Erstgenannte veröffentlichte im vergangenen Jahr einen dicken Schmöker («Die Jesus-Dynastie»), in dem er die Überzeugung äusserte, Jesus sei nicht der Sohn Gottes, sondern derjenige eines römischen Legionärs. Die Berichte der Bibel werden von Tabor schlicht ignoriert. Dabei verkündigten die Apostel die Auferstehung des Herrn! Hätten sie das tun können, wenn damals jedes Kind in Jerusalem gewüsst hätte, in welcher Höhle der Leichnam Jesu liegt?

Erkennen Sie den Unterschied? Der bibelgläubige Prof. Scheuchzer macht eine Fehlbeurteilung – und wird gnadenlos verurteilt. Der Nihilist Prof. Tabor macht eine Fehlbeurteilung – und verdient sich eine goldene Nase. Seine Thesen wird man erst in einigen Monaten unter «Kurzmeldungen» als widerlegt bezeichnen. Das wird Regisseur Cameron nicht schmerzen. Schon vor zehn Jahren, als er den Oscar für «Titanic» erhielt, verkündete er, er sei der «König der Welt». Solche «Könige» gibt es zuhauf. Sie bauen auf ihre Vernunft und merken nicht, dass sie in Wirklichkeit vom «Fürst dieser Welt» (Joh. 12,31) gesteuert werden. Treffend analysiert Johannes: «Sie sind von der Welt; darum reden sie, wie die Welt redet, und die Welt hört sie» (1. Joh. 4,5). Gottes Gegenspieler versucht alles, damit die Menschen Jesus nicht als Gottes Sohn erkennen und anbeten (1. Joh. 2,22; 1. Joh. 4,3). Wer an Christus glaubt, darf wissen: «Der in euch ist grösser, als der, der in der Welt ist» (1. Joh. 4,4).

Das aktuelle Heft:
factum 1/2012


factum 1/2012
factum-Abo
efactum-App
Mithelfen und fördern!
ethos – suchen, finden, leben