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Geld und Geist
Geld hat eine teuflische Eigendynamik. Wer sich über seine Geldbörse definiert, ist innerlich abhängig: «Wenn ich Geld habe, bin ich jemand, dann bin ich wertvoll.» Doch es wird nie genug sein. Geldgier ist wie eine Sucht.
Kommentar von Rolf Höneisen
Alles wird bald nur noch unter dem Aspekt des Geldes beurteilt, selbst die Familien- und Lebensplanung. Christen sollten sich wieder neu klarmachen, dass sie alles von Gott haben. Paulus warnt: «Die reich werden wollen, die fallen in Versuchung und Verstrickung und in viele törichte und schädliche Begierden, welche die Menschen versinken lassen in Verderben und Verdammnis. Denn Geldgier ist eine Wurzel allen Übels» (1. Tim. 6,9 und 10a). Also Vorsicht! Wir dürfen unsere innere Freiheit nicht an die trügerische Sicherheit des Geldes verlieren.
Die Schlagzeilen der letzten Tage drehten sich mehrheitlich um das Thema Geld. Es ging entweder um sehr viel Gewinn und Schwindel erregende Löhne für Manager und Prominente (die dann möglichst wenig Steuern bezahlen wollen und illegale Wege suchen) oder dann um sehr viel Verlust (etwa bei der Grossbank UBS, die im US-Immobiliengeschäft 21 Mia. Schweizer Franken verlor). Es gab auch Meldungen, die auf den ersten Blick paradox klingen. Beispielsweise bei der Firma Henkel, die im Geschäftsjahr 2007 zwar einen Gewinnanstieg um 8 Prozent verzeichnete, aber gleichzeitig 3000 Arbeitsplätze streichen will. Auch Deutschland meldete schwarze Zahlen. Bund, Länder, Gemeinden und Sozialversicherungen nahmen 200 Millionen Euro mehr ein, als sie ausgaben. Aber gleichzeitig leben in Deutschland (in der Schweiz und in Österreich desgleichen) viele Menschen, die angesichts verlorener Arbeitsplätze und steigender Lebenshaltungskosten finanziell kaum noch atmen können.
Unsere Redaktion bekommt das eins zu eins zu spüren. Heute schrieb mir ein Leser: «Seit einem vollen Jahr bekomme ich nach dem Ende meines letzten teilzeitlichen Arbeitsverhältnisses keinerlei reguläres Gehalt mehr, während ich andererseits für sämtliche Versicherungen (Kranken-, Pflegeversicherung usw.) selbst aufkommen muss. Das, was ich an gelegentlichen Honoraren bekomme, deckt nicht meine laufenden Ausgaben. (...) Ich möchte Sie auf diesem Wege fragen, ob es möglich ist, das Abonnement für factum zu ermässigen. Ich schätze die Zeitschrift sehr (...)» – Diese Zeilen sind kein Einzelfall. Liebend gerne würden wir Abonnements zum halben Preis abgeben! Das ginge ein Jahr lang gut. Anschliessend könnten wir unsere Büros schliessen und factum wäre Geschichte. Damit wäre niemandem geholfen. 39 Euro oder 56 Franken sind im Restaurant oder für ein Konzert im Nu ausgegeben. Wer aber diesen Betrag für ein Jahresabo ausgibt, bekommt viele bibelzentrierte Informationen und aktuelle Hintergrundberichte. Bleiben Sie also mit uns dran!
«Seid nicht geldgierig, und lasst euch genügen an dem, was da ist» (Hebr. 13,5). Begründet wird diese biblische Aufforderung mit den Zusagen Gottes. Er verspricht seine Begleitung (Jos. 1,5) und Hilfe (Ps. 118,6). – Vor mir liegt die Einladung zur technischen Kontrolle meines Autos. 175 000 Kilometer, 14 Jahre, klapprig von vorn bis hinten ... das ist, «was da ist». Lohnt sich der TÜV noch? Was bedeutet «sich genügen lassen» im Zusammenhang mit meinem Wagen? Ich merke, wie meine Gedanken um Geld kreisen und sich zu einer mächtigen «Festung» auftürmen. Doch die Macht des Geldes soll sich nicht über die Erkenntnis Gottes erheben! Betend will ich diese Gedanken «gefangen nehmen in den Gehorsam gegen Christus» (vgl. 2. Kor. 10,5). Er ist mein Versorger. Mit ihm, der seine Liebe nicht mit Geld und Leistung verbindet, will ich leben. Er hat sein Leben für mich hingegeben als Lösegeld, damit ich versöhnt und befreit leben kann.
Quelle: factum 2/2008
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