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Jerusalem: Ausgrabungen und Lügen

Als Jesus in Jerusalem wirkte, gab es dort weder Moscheen noch Kirchen. Doch immer offener leugnen Imame und arabische Wissenschaftler die jüdische Verbindung zu Jerusalem.

Rolf Höneisen

Die alte Rampe zum Mugrabi-Tor zerfällt. Sie ist der Zugang von Juden, Christen und Vertretern aller anderen nicht-islamischen Religionen zum Tempelberg. Der schwer sturm- und erdbebengeschädigte Wall aus Erde und Steinen führt neben der Klagemauer hinauf zum Tor. Dieser Aufgang muss gesichert werden. Das hat die israelische Regierung im November 2004 beschlossen. Statt der Rampe ist eine stabile Brücke geplant.

Doch was nach einem simplen Bau- und Renovationsprojekt klingt, ist in Jerusalem ein den Frieden gefährdendes Unterfangen. Denn für die neue Brücke sind Fundamente zur Verankerung der Brückenpfeiler nötig. Dazu muss gegraben werden und das weckt Misstrauen.

Obschon der Neubau der Rampe ausserhalb des Tempelberggeländes liegt und die Al-Aksa-Moschee in keinster Weise betroffen ist, kam es schon bald nach Beginn der Grabarbeiten zu gewaltsamen Ausschreitungen zwischen steinewerfenden Palästinensern und der israelischen Polizei. Vorausgegangen war ein Freitagsgebet. Ikrama Sabri, Jerusalemer Mufti der palästinensischen Autonomiebehörde, hatte dabei die Unterstellung in die Welt gesetzt, die Ausgrabungen der Juden seien eine bewusste Provokation, um die Fundamente der Al-Aksa-Moschee zu beschädigen. Die Juden wollten eine im Jahre 70 von den Römern zerstörte Synagoge wieder aufbauen, an deren Stelle sich heute der Felsendom befinde. Seine über Lautsprecher auf dem ganzen Tempelberg zu hörende Behauptung stachelte die Muslime auf.

Jeder Muslim müsse das in seiner Macht Stehende tun, um diesen Angriff auf die Al-Aksa-Moschee abzuwehren, forderte auch Scheich Mohammed Sajjid Tantawi vom einflussreichen Al-Azhar Islam-Institut in Kairo in der Zeitung «Al-Ahram». Worin bestand dieser «Angriff»? In einer Eklärung der israelischen Antikenbehörde. Sie hatte den Medien mitgeteilt, dass die geplanten Ausgrabungen ein Studium der erwarteten Funde er möglichen würden und damit einen «erheblichen Beitrag zur Kenntnis der Geschichte Jerusalems leisten». Aber genau das wollen die Palästinenser nicht.

In Windeseile verbreitete sich die Nachricht, Israel wolle im Zuge von Ausgrabungen die Al-Aksa-Moschee zum Einsturz bringen, um an ihrer Stelle einen dritten Tempel zu errichten. Schliesslich beugte sich Jerusalems Bürgermeister Uri Lupolianski dem moslemischen Druck. Am 11. Februar erliess er einen Baustopp und versicherte, dass vor dem Weiterbau eine Planauflage mit öffentlicher Diskussion erfolge. Israel habe nicht die Absicht, den Tempelberg zu beschädigen. Weitergeführt werden hingegen die archäologischen Grabungen, die vor dem Neubau des Aufgangs durchgeführt werden müssen. Das verlangt das israelische Gesetz.

Die Archäologen stiessen in drei Meter Tiefe bereits auf Fundstücke aus der frühen islamischen Periode und dem Mittelalter. Es handelt sich um massive Mauern, von denen Chefarchäologe Yuval Baruch annimmt, dass sie aus der islamischen Ummayden-Periode stammen. Es ist offenkundig, dass der Rampenbau nichts mit der Al-Aksa-Moschee zu tun hat. Der Aufschrei der Muslime muss anders motiviert sein. Viele Entwicklungen zeigen: Der Tempelberg soll zur rein muslimischen Stätte werden. Mufti Ikrama Sabri betont ständig die Überlegenheit und Vormachtstellung des Islam in Jerusalem, um den islamischen Alleinanspruch zu unterstreichen. Lesen den ganzen, bebilderten Beitrag in factum 2/2007.

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