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Zhang Yimous globale Liturgie

Machthaber besitzen heute Mittel, um die ganze Menschheit zu berauschen. Die Bibel weist auf eine solche Entwicklung in der Endzeit hin.

Magdalena Paulus

Zhang Yimou gewann keine Goldmedaille bei den Olympischen Spielen in Peking, und doch errang er weltweite Bewunderung. Zhang ist der Choreograf der Eröffnungs- und Abschlussfeiern der Pekinger Spiele. «Nur» 11000 Athleten nahmen an den Spielen teil, doch 15000 Tänzer, Turner, Trommler und Akrobaten, Kung-Fu- und Martial-Arts-Kämpfer bewegten sich im opulentesten Farbenrausch auf den Befehl des gefeierten Filmregisseurs.

Der Farben- und Feuerrausch liess niemanden unberührt. Staunend und zuweilen gar euphorisch zollte auch die Presse dem Regisseur des 2002 für den Oscar nominierten Films «Hero» Anerkennung. Die «Welt» schreibt: «In diesem herrlichen Stadion, an diesem Glückstag der Chinesen ... gelingt die ganz grosse Show, eine Peking-Oper der Superlative. Altes und Neues verbinden sich zu Überwältigungskunst: Laserblitze und Feuerwerk, Schauspiel und Elektronik, Zukunft und Geschichte ... Vier volle Stunden lang.» «Die Eröffnungsfeier war ein optisches Meisterwerk und ein Beispiel an Präzision und Anmut der Darsteller und Mitwirkenden», liest man in «Spiegel online».

Überwältigend war die schiere Masse der Akteure. Atemberaubend war die dritte Dimension, in die Zhang Yimou viele dieser Auftritte verlegte: Lichtblitze jagten kreuz und quer durchs Rund. Türme aus Menschen entstanden, darüber schwebende und schwingende Akteure im Luftraum des Olympiastadions: 200 Trommler bei der Abschiedsfeier etwa, über denen «Himmelstrommler» mit ihren übergrossen Instrumenten schwebten.

Beeindruckend war auch die Präzision der Choreografie. Von Zhang selbst stammt die Idee der silberfarbenen Blöcke, die sich auf der Eröffnungsfeier wie chinesische Schriftzeichen aus dem Setzkasten einer traditionellen Schreibmaschine hoben und senkten. Als westlicher Beobachter konnte man dahinter zunächst mechanische Blöcke vermuten, gesteuert von einem raffinierten Computerprogramm. Doch am Ende – was war aus China anderes zu erwarten – erschienen die menschlichen Akteure hinter ihren Quadern und winkten freundlich ins Publikum.

Bibelleser wissen um das Auftauchen einer Welteinheitsreligion am Ende der Zeiten. Sie wird ein Werkzeug sein, eine «Hure», wie die Apokalypse sie nennt, in der Hand eines diktatorisch regierenden, globalen Herrschers, des Antichristen. Dieser wird sie zur Durchsetzung seines Ziels benutzen, das ihm zu einer unanfechtbaren Machtposition verhelfen soll: Er wird die lang ersehnte Einheit aller Menschen in Frieden und Harmonie versprechen und sich dazu der Religion bedienen.

Lesen Sie den ausführlichen Beitrag in factum 7/2008, S. 18–21

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