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Lehrreicher Vergleich

Unterschiedliche Politik in ­Nordzypern und im Gazastreifen. Seit 1974 ist Nordzypern türkisch besetzt.

Thomas Lachenmaier

Es liegt im tiefen Schatten des Weltinteresses. Seit die türkische Armee 1974 die Städte Nordzyperns bombardierte, unter anderem mit Napalm, wie die Minority Rights Group International dokumentiert, sind 37 Prozent Zyperns türkisch besetzt. Von der internationalen Staatengemeinschaft ist die «Türkische Republik Nordzypern» nicht anerkannt. Die Staatsflagge zieren ein Stern und der türkische Halbmond.

Der Eroberung durch das türkische Militär folgte eine «erzwungene ethnische Säuberung» durch die Verbreitung von Terror, wie William Mallinson (Universität Minnesota) in einem aktuellen Buch beschreibt. Es folgte eine «systematische Kolonisierung». 160000 Türken, meist aus Anatolien, wurden in Nordzypern angesiedelt.

Heute, wo der türkische Premier Erdogan den Gazastreifen als «Frei­luftgefängnis» bezeichnet, ist ein Vergleich dieser von türkischen Politikern gerne als «türkische Provinz»  bezeichnete Inselteil mit dem Gazastreifen lehrreich.

Der amerikanische Journalist Daniel Pipes hat diesen Vergleich in einer Betrachtung für die «Washington Times» angestellt und schreibt, dass Israel den Gazastreifen räumte, während die Türkei Nordzypern eroberte, besiedelte und seit drei Jahrzehnten besetzt hält.

Die Türkei betrieb eine «systematische Politik der Kolonisierung», führte Türkisch als Amtssprache ein, während Israel die eigene Bevölkerung des Gazastreifens umsiedelte und das Land ganz den Palästinensern überliess. Seither regiert die Hamas dort.

Eine Grenzanlage quer durch Zypern hält «friedensfähige Griechen» aus Nordzypern heraus, notiert Daniel Pipes, während der Sicherheitszaun der Israelis palästinensische Terroristen fernhält. Der Vergleich des amerikanischen Reporters rückt die türkische Politik und den türkischen Israelhass ins rechte Licht.

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