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Depression führt zumTodeswunsch
Nicht in erster Linie die Schmerzen, sondern die Hoffnungslosigkeit verursachen bei krebskranken Menschen den Wunsch zu sterben.
Im Memorial Sloan-Kettering-Hospital (New York) werden vorwiegend schwer krebskranke Menschen versorgt. Eine hier durchgeführte wissenschaftliche Studie ergab, dass 30% der medizinisch gut versorgten Patienten unter Depressionen litten, 20% waren von einer pessimistischen und hoffnungslosen Stimmung beherrscht. Insgesamt äusserten 17% der Patienten den Wunsch, vorzeitig zu sterben, sei es durch aktive Sterbehilfe oder Beihilfe zum Selbstmord. Der Todeswunsch ist bei den Depressiven und Hoffnungslosen wesentlich stärker als bei den anderen Patienten. Aufgrund dieses Ergebnisses forderte der Leiter der Studie, William Breitbart, die Krebsärzte auf, vermehrt auf die psychischen Bedürfnisse der Patienten zu achten.
Aufschlussreich ist die Einschätzung, wenn es um die Therapie geht. Während man Depressionen medikamentös behandeln kann, sind die Fachleute ratlos, wenn es um die Behandlung der Hoffnungslosigkeit geht. Dafür haben sie kein Rezept. Echte Hoffnung angesichts des Todes müsste ja die Zuversicht haben, dass es nach dem Sterben gut weitergeht. An diesem Punkt sind Medizin und Psychotherapie am Ende – und der wahre Glaube beginnt.
In einem Segenswunsch an die Christen in Thessalonich schreibt der Apostel Paulus: «Er selbst aber, unser Herr Jesus Christus, und Gott, unser Vater, der uns geliebt und uns in seiner Gnade ewigen Trost und gute Hoffnung gegeben hat, tröste eure Herzen und stärke sie in jedem guten Werk und Wort» (2. Thess. 2,16 + 17). Die lebendige Hoffnung im Glauben an Jesus Christus verbindet die Zukunft mit der Gegenwart. Gerade den Kranken gehört die Botschaft des Evangeliums. (fa.)
Quelle: Journal der Amerikanischen Med. Gesellschaft, Bd. 284, S. 2907)
© factum online 23. Mai 2001
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