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Das Wunschkind hat blaue Augen
Die Reproduktionsmedizin bricht alle Schranken. 25 Jahre nach der Geburt des ersten “Retorten-Babys”, einem im Reagenzglas gezeugten Kind, ist in der Reproduktionsmedizin fast alles möglich.
von Rolf Höneisen
In den USA jedenfalls, wo es über 400 Fortpflanzungskliniken und einen entsprechenden Wettbewerb gibt, ist das Kind nach Mass bereits zu haben, sofern die Besteller über genügend Geld verfügen. Über dieses Thema berichtet die Zeitschrift GEO Nr. 8/2003 sowie das “GEO-Special” mit dem Titel “Wunsch-Kinder”.
Bereits ist im Internet alles zu haben: ob als Alleinstehende oder als lesbisches Paar – alle können in der Samenliste nach jenen genetischen Merkmalen suchen, die sie vorziehen. Intelligenzquotient und Charaktereigenschaften des Spenders sind erwähnt. Die Auswahl erfolgt online, die Lieferung über Nacht.
In den USA kommen jährlich 35 000 Kinder dank künstlicher Befruchtung, Eizellspenden, Samenspenden oder Leihmüttern zur Welt. 7000 Dollar und mehr sollen Spenderinnen pro Eizelle erhalten. Agenturen vermitteln Leihmütter für rund 50 000 Dollar. Günstiger ist der Kauf des Embryos eines fremden Paares – rund 3000 Dollar.
Diese Entwicklung bleibt nicht auf die USA beschränkt. Auch in Grossbritannien soll in diesen Tagen das erste Baby zur Welt kommen, das durch eine von einem Online-Dienst vermittelte Samenspende gezeugt wurde, berichteten britische Tageszeitungen. Ein lesbisches Paar hatte sich im Internet bei ManNotIncluded.com einen Samenspender ausgesucht. Die Befruchtung nahm das Paar zuhause selbst vor, mit dem so genannten “home insemination kit”.
Mittlerweile sollen nach Angaben der “Times” bereits 14 lesbische Frauen durch von ManNotIncluded.com vermittelte Samenspenden schwanger geworden sein.
ManNotIncluded.com startete offiziell im Juli vergangenen Jahres und wendet sich hauptsächlich an alleinstehende und lesbische Frauen. Den Samenspendern garantiert ManNotIn cluded.com absolute Diskretion. Aufgrund der rechtlichen Situation in Grossbritannien, die auch Samenspendern Rechte an einem Kind einräumt und Kindern erlaubt, nach den Spendern zu forschen, bewahrt das Unternehmen alle Spenderdaten im Ausland auf.
Quellen: GEO 8/2003; ManNotIncluded; The Times
© factum online 18. August 2003
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