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Dino-Samba in Sousa

Fussabdruck eines Dinosauriers

Im brasilianischen Staat Paraíba finden sich gleich an 18 Stellen Fussspuren von Dinosauriern. So viele findet man sonst in ganz Lateinamerika nicht.

von Waldemar Janzen

Ganz im Westen des brasilianischen Staates Paraíba, 440 Kilometer von dessen Hauptstadt João Pessoa entfernt, liegt der verschlafene Ort Sousa. Nur wenige Touristen verirren sich hierher. Dabei kann man nur wenige Kilometer von der 50000-Einwohnerstadt entfernt in die Vergangenheit eintauchen - denn hier liegt das „Tal der Dinosaurier“. Über die Hälfte aller in Lateinamerika entdeckten Saurier-Fussabdrücke finden sich hier auf kleinem Raum.

Im Jahr 1897 fielen dem Agronomen Anisio Fausto Da Silva ungewöhnliche Fussspuren auf den Felsbändern bei Sousa auf. Verblüfft und verwirrt bezeichnete er sie als „Spuren von Ochsen und Emu“.

1920 erinnerte sich der Geologe Luciano Jaques des Moraes an die Beschreibung Da Silvas. Er besuchte die Gegend und schrieb in seinem Bericht von zwei verschiedenen Dinosaurierspuren in einem felsigen Flussbett. Doch Sousa geriet wieder in Vergessenheit. Immer wieder deckte der Fluss die grossen Spuren mit Sand und Geröll zu.

1975 begann eine Forschergruppe mit der systematischen Untersuchung versteinerter Sedimente in ganz Brasilien. Der italienische Paläontologe Guiseppe Leonardi sichtete die von Moraes gefundenen Spuren bei Sousa. Und er entdeckte noch viel mehr – rund zwanzig Stellen mit Fussabdrücken von Dinosauriern! Leonardi wandelte im Tal der Dinosaurier. Hier war einst der bis vier Tonnen schwere pflanzenfressende Iguanodon durch den Schlamm gestapft. Immerhin 40 Zentimeter messen seine versteinerten Abdrücke.

1996 wurde die Vereinigung “Movissauros” gegründet. Das „Movimento de Preservação do Vale dos Dinossauros” setzte es sich zum Ziel, die Spuren zu sichern und Interessierten zugänglich zu machen. Seither wurden rund 150 weitere Spuren unterschiedlicher Dinosaurier rund um die Städte Sousa und João do Rio do Peixe erschlossen und aufgelistet. Einige Tracks verlaufen mitten durch Wald und Kuhweiden. Die Spuren sind noch lange nicht alle freigelegt oder gesichert. Auch die wissenschaftliche Auswertung steht noch aus.

Eine der Spuren ist besonders eindrücklich. Sie ist sieben Zentimeter tief eingedrückt. Das wirft neues Licht auf die Datierung des Sediments. Denn aufgrund der geologischen Zeitskala schätzen Wissenschaftler, dass eine Mächtigkeit von 10 bis 12 Zentimetern dieser Schichtart einen Zeitraum von 10 Millionen Jahren repräsentiert. Sieben Zentimeter Sediment würden dann sieben Millionen Jahre ausweisen.

Hält man sich an diese Datierung des Sediments und setzt man dieselbe Zeitskala für den Versteinerungsprozess des Schlamms ein, dann wäre eine Schicht von einem Zentimeter in einer Million Jahren abgelagert worden. Betrachtet man den tiefen Abdruck des Dinosaurierfusses in eben dieser Schicht, steht man vor einem Rätsel. Wie konnte dieser Schlamm, vor allem die obersten Zentimeter, während sieben Millionen Jahren weich bleiben, bevor der Dino seinen Fuss darin verewigte?

(c) factum 3/2005

Im Internet: Vivabrazil.com

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