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Medien: Kein Raum für den Schöpfer

Schöpfung und Evolution: Die Öffentlichkeit wird nicht über die Tiefe und Tragweite der Debatte informiert. Ein weiteres Beispiel.

Rolf Höneisen

Das «St. Galler Tagblatt» veröffentlichte am 2. April 2007 einen ganzseitigen Hintergrundbeitrag über die Schöpfungsdiskussion. Schön, wenn grössere Schweizer Zeitungen das Thema Schöpfung oder Evolution aufgreifen. Schade, wenn dabei keine ernsthafte Darstellung gesucht wird. Auch Karin Fagetti setzte sich, trotz ihr vorliegenden Informationen, nicht wirklich mit den evolutionskritischen Einwänden und dem alternativen Schöpfungserklärungen auseinander. In ihrem ganzseitigen Beitrag «Gott oder Darwin» geht es nur ums Umfeld, nicht aber ums Wesentliche.

Dabei fand sie in Toni Bürgin, Direktor des St. Galler Naturmuseums, einen aufrichtigen Evolutionsvertreter, der erklärte, dass «in der Beweiskette der Evolutionstheorie noch Glieder fehlen.» Die Wissenschaft lebe von der Diskussion, kenne keine absoluten Wahrheiten.

Solche Aussagen sind bemerkenswert, da die Evolutionstheorie in der Öffentlichkeit als das einzig mögliche Welterklärungsmodell auftritt und wissenschaftliche Ergebnisse fast ausschliesslich im Rahmen dieser Theorie gedeutet werden. An dieser Stelle hätten die wesentlichen Punkte der Evolutionskritik hingehört und auch der andere Ansatz des Schöpfungsmodells.

Denn wenn Bürgin meint, im Gegensatz zur darwinistischen Evolutionslehre fehle der Theorie des Intelligent Design die Wissenschaftlichkeit, weil sie Unerklärliches an «eine auserhalb der physischen Welt stehende Macht» delegiere, dann setzt er die Wissenschaftlichkeit der Evolutionstheorie als gegeben voraus. Nur – das stimmt nicht.
Wie entstand die Energie? Wie entstand das Leben? Wie funktioniert die Höherentwicklung von einer Art zur anderen? Auf diese Fragen gibt es im Evolutionsmodell schon Antworten, doch keine wissenschaftlichen, das heisst keine durch Beobachtung bestätigte oder widerlegte.

Doch eine solche Diskussion wollte der «Tagblatt»-Beitrag entweder bewusst oder dann aus Unvermögen nicht fördern. Dafür wurde in einer Box unter dem Titel «Fröhlich die Versöhnung anstreben?» ein anderer Versuch gestartet. Edward O. Wilson wird zitiert, der in seinem Buch «The Creation» meint, dass künftig für die Arterhaltung die beiden Lager zusammenspannen müssten.

Wilson sagte gegenüber der «Sonntagszeitung»: «Jede Pflanze, jedes Tier ist ein Meisterwerk der Evolution, bibeltreue Christen sehen darin Spuren der intelligenten Macht Gottes. Aber letztlich sind beide Formen der Bewunderung ähnlich.» Toni Bürgin pflichtet dem bei: «Die Artenvielfalt auf unserem Planeten ist akut gefährdet und braucht dringend unseren Schutz, egal, ob diese ihre Herkunft einer biblischen Schöpfung oder einer atheistischen Evolution verdanken.» So weit, so gut. Nur heiligt der Zweck nicht die Mittel.

Was versöhnlich klingt, ist bei genauerer Betrachtung eine Flucht nach vorne. Der Tatsache wird ausgewichen, dass Evolution und Schöpfung von Grund auf unterschiedliche Denkansätze sind, denn letztlich geht es um unser Denken über Gott.
Der biblische Bericht ist unmissverständlich: Die Evolution ist keine Schöpfungsmethode. Es ist nicht möglich, diesen Unterschied unter den Tisch zu wischen oder an der Oberfläche zur Versöhnung aufzurufen. Zuerst muss offen gesagt werden, dass die Vertreter der Evolutionstheorie den wissenschaftlichen Beweis ihrer Thesen bislang schuldig geblieben sind. Darüber ist die Öffentlichkeit nicht informiert und die Medien tun alles, damit es so bleibt.

Dabei ist die Ausgangslage ist für alle die gleiche: Die Entstehung und Geschichte des Lebens sind nicht direkt erforschbar. Niemand war dabei, als das Leben entstand oder als der Mensch zum ersten Mal auftrat. Der naturwissenschaftliche Beweis für die Evolution kann nicht experimentell erbracht werden. Aus demselben Grund ist auch Schöpfung nicht naturwissenschaftlich beweisbar oder widerlegbar.

Die Evolutionstheorie lehrt die Entstehung der ersten Zelle (chemische Evolution) und deren Entwicklung hin zu allen heute existierenden Lebewesen (biologische Evolution) ausdrücklich ohne übernatürliche Faktoren. Völlig zu Unrecht gebärdet sie sich als zuverlässige Erklärung für die Entstehung des Lebens, dabei sind ihre Lücken für einen derartigen Anspruch viel zu gross:

• Die Entstehung von Leben aus leblosen Stoffen ist ungeklärt. Geht man von einem Evolutionsprozess aus, müsste neben vielen anderen Voraussetzungen auf dem Weg zu Leben auch der genetische Code allmählich entstanden sein. Wie das? Wie kann sich Materie selbst organisieren? Den «Zufall» zu bemühen, hilft uns bei der Frage nach unserer Herkunft und unserer Zukunft nicht weiter. Der genetische Code ist die Zuordnungsvorschrift für die Übersetzung der DNS-Abfolge in den Proteinen, den Bausteinen des Lebens. Jede codierte Information setzt eine intelligente Informationsquelle voraus, auch die genetische Information ist geistigen Ursprungs.
• Die Evolutionsmechanismen Mutation, Selektion und andere Faktoren vermögen die Entstehung neuer Organe und komplexer Formen, wie z.B. Federn, nicht zu erklären. Sie funktionieren nur, wenn viele Bauteile gleichzeitig intakt sind und zudem die zeitliche Abfolge ihres Zusammenbaus stimmt.
• Die beobachteten «Evolutionsbeispiele» (Darwinfinken, Birkenspanner etc.) belegen Variationen und Spezialisierungen innerhalb einer Art, nicht aber Entwicklungssprünge über die Artgrenze hinaus. Im Laufe der biologischen Evolution entstanden keine wirklich neuen Gene. Die Entstehung einer Art ist kein reproduzierbarer Vorgang und entzieht sich dem naturwissenschaftlichen Instrumentarium. Die Evolutionstheorie streicht intelligent vorgedachtes Design durch und behauptet fliessende Übergänge ausgehend von einem aller ersten lebendigen Einzeller.
• In den Fossilien fehlen die in der Evolutionstheorie zwingend nötigen Übergangsformen. Als Zwischenformen gehandelte Exemplare werden kontrovers diskutiert. Wie können Vorderextremitäten von Wirbeltieren zu Flügeln werden?
Es gäbe viel mehr aufzulisten. Leider verpasste es auch das «Tagblatt», ein gutes Thema spannend darzustellen.

Falsches Denken von Gott führt zu Fehldeutungen der Realität. Im Evolutionssystem verläuft nichts zielgerichtet. Denkende, beobachtende, Sinn suchende Menschen sehen hinter der Schöpfung nicht einen blinden, materialistischen Zufallsprozess, sondern den intelligenten Schöpfer, der Erde und Menschen zielgerichtet erschuf.

Gemäss der Bibel ist der Mensch Ziel der Schöpfung (1. Mose 1,27 und 28), Ziel der göttlichen Erlösung (Jesaja 53,5), Ziel der Sendung des Sohnes Gottes (1. Joh. 4,9), Ziel des göttlichen Erbes (Titus 3,7), ihm ist das Ziel der Ewigkeit vorgegeben (1. Petrus 1,4).
Gott schuf nicht durch Evolutionsmechanismen wie Mutation, Selektion, Isolation, Zufall, Notwendigkeit, lange Zeitepochen und Tod. Die Evolution verkennt das Wesen des Schöpfergottes und unterstellt ihm wesensfremde Gestaltungsprinzipien.

Die Materie ist stumm. Über den Anfang erzählt sie uns nichts, jedenfalls nicht von sich aus. Die Daten müssen interpretiert werden. Im Rahmen der Evolutionstheorie werden sie so interpretiert und präsentiert, wie wenn sie das Ergebnis von sich aus erzählt hätten. Gott ist der Urheber des Lebens (1. Kor. 8,6). Das Leben kommt von Gott und findet in ihm sein Ziel. Wie kommt es, dass wir der Materie mehr glauben als einer Person?

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