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Warum Intelligent Design provoziert
Der Neodarwinismus zeigt sich immer unverhohlener als Speerspitze des Atheismus. So sagte der Geschäftsführer der Giordano-Bruno-Stiftung: „Evolutionsbiologisch betrachtet ist Gott ein imaginäres Alphamännchen, eine Primatenhirn-Konstruktion, die einigen Mitgliedern unserer Spezies deutliche Vorteile im Kampf um die Ressourcen verschaffte.“ Das Konzept des „Intelligent Design“ lässt die Diskussion neu aufflammen. Die Reaktionen der Evolutionsvertreter zeigen, dass damit ihr Nerv getroffen wird: ID tastet den Absolutheitsanspruch einer naturalistischen Weltanschauung an.
Rolf Höneisen
(Berneck, 21.9.2005) ID sei ein „geschickter Trick“ und „religiös motivierter Unfug“, wettert beispielsweise der britische Biologe Steve Jones, Autor mehrer populärwissenschaftlicher Evolutions-Bücher in der "Zeit" (Nr. 33/05). „Evolution“, erklärt uns Jones, „ist eine Serie erfolgreicher Fehler.“ Kein grandioser Ingenieur habe Augen und alles andere in der Welt des Lebens geschaffen, sondern ein „Kesselflicker“. Und überhaupt, meint der von der ID-Debatte aufgewühlte Steve: „Ob es einen grossen Designer da draussen gibt, ist nicht Gegenstand der Wissenschaft.“
Der Konstanzer Professor für Wissenschaftsgeschichte, Ernst Peter Fischer, geht da einen Schritt weiter: „Man muss sich allmählich an die Idee gewöhnen, dass ein philosophischer Gedanke weiter reichen könnte als die reine Mathematik.“
Gar die Wende vom Atheisten zum Theisten machte der britische Philosoph Anthony Flew, 81. Er war während Jahrzehnten eine Ikone aller Ungläubigen. Sein Umdenken hin zum Theismus sorgt deshalb für Aufsehen. Allerdings nicht nur wegen Flews persönlichem Weg, sondern auch wegen der Überzeugungskraft der Argumente, die den atheistischen Naturalismus herausfordern.
So sagt Flew: „Mir scheint es, dass Richard Dawkins die Tatsache geflissentlich übersieht, dass Darwin selbst in Kapitel 14 von ‚The Origin of Species’ erklärt, dass seine ganze Argumentation mit einem Wesen beginnt, das die Fähigkeit zur Reproduktion bereits besass. Dieser Kreatur muss die Theorie der Evolution umfassend Rechnung tragen. Darwin war sich bewusst, dies nicht getan zu haben. Meiner Meinung nach haben die Entdeckungen im Bereich der DNA in den letzten fünfzig Jahren neue und starke Argumente für Design geliefert.“1
Die beinahe unglaubliche Komplexität der erforderlichen Bedingungen, um Leben zu produzieren, zeige, dass eine Intelligenz daran beteiligt sein müsse. Ein Hinweis am Rande: Anthony Flew wuchs in einem christlichen Haus auf. Sein Vater war Methodisten-Prediger. Anthony hatte sich im Alter von 15 Jahren als Atheist erklärt.
Ähnliches wie Flew schrieb der Wiener Kardinal Schönborn in der „New York Times“: „Jedes Gedankengebäude, welches die überwältigenden Hinweise für Design in der Biologie leugnet und wegzuerklären versucht, ist Ideologie und keine Wissenschaft.“ Ein Aufschrei in den Medien war die Folge! Warum bloss? Schönborn hat die Evolution gar nicht in Frage gestellt, sondern nur bestritten, dass die Evolution ihre Werke ungelenkt hervorgebracht habe.
Die Lautstärke des Gezeters und die hämische Polemik gegen „Intelligent Design“ sind nur damit zu erklären, dass es hier zwar oberflächlich um Wissenschaftstheorien geht, doch darunter verbirgt sich eine existenzielle Auseinandersetzung: Darf Gott unser Schöpfer sein?
In der Printausgabe von FACTUM 7/05 erklärt der Biologe Dr. Reinhard Junker das Konzept des „Intelligent Design“. Dazu formuliert er auch Antworten auf die Einwände der Kritiker. Bei ID geht es nicht um den Nachweis eines Designers, sondern um den Nachweis von Design-Signalen. Sind diese erkannt, weisen sie hin auf Gott.
Um mehr über Gott zu erfahren, brauchen wir zusätzliche, von ihm stammende Informationen: Diese liefert sein Wort in der Bibel, das uns Jesus Christus als den Befreier vom Bösen und als die Tür zum Vater im Himmel beschreibt. Diesen Weg wagen Menschen wie Flew und Fischer noch nicht einzuschlagen. Doch wenn Gott existiert, dann ist die Unterwerfung unter seinen Willen und die Hinwendung zu Christus der nächste Schritt der Logik.
1 Aus einem Interview mit Gary Habermas
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